Anfang Juli hat das Freiburger Spital (HFR) eine neue ärztliche Organisationsstruktur eingeführt. Die medizinischen Abteilungen sind jetzt in fünf eigenständige Departemente gegliedert, jeweils mit einer Leiterin oder einem Leiter. Seit dem Rücktritt von
Ronald Vonlanthen vor über einem Jahr hat Vincent Ribordy die Funktion des Medizinischen Direktors ad interim übernommen.
Gleichzeitig bilden die von den Chefärzten für vorerst zwei Jahre gewählten Chefs den «Rat der medizinischen Departemente» (RMD) und die Medizinische Direktion. Der RMD soll
gemäss Mitteilung Qualität und Sicherheit der klinischen Leistungen sowie die Koordination der medizinischen Aktivitäten gewährleisten. Das Gremium wirke aber auch an der Entwicklung und Umsetzung der Vision und der Strategie mit, heisst es.
Departemente, RMD, Ärztekollegium
Einer der fünf Departementsleiter hat ausserdem im Zwei-Jahres-Turnus die Funktion des Präsidenten inne und ist Mitglied des Direktionsrats und des Verwaltungsrats. Als Erster wurde Anis Feki von seinen Kollegen dazu bestimmt. Feki ist Chefarzt der Chirurgie und Klinikchefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Hôpital Fribourgeois.
Ein weiteres neues Organ ist das Ärztekollegium. Dieses besteht aus den Chefärztinnen und Chefärzten sowie aus externen medizinischen Partnern als ständige Gäste. Dieses Gremium hat unter anderem die Aufgabe, zu entsprechenden Projekten mit strategischem Charakter oder zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen Stellung zu nehmen. Der Vorsitz wird derzeit interimistisch von Jean-Luc Magnin wahrgenommen.
Modell soll getestet und angepasst werden
Durch die Einführung dieses Modells will das Freiburger Spital die Verbindung zwischen strategischen und operativen Aspekten festigen und die Effizienz steigern, heisst es. Das Modell werde in den kommenden Monaten nun getestet und gegebenenfalls angepasst. Es sei ein Modell, das sich bereits in anderen Spitälern in der Schweiz und in Europa bewährt habe, schreibt das HFR.
Um den Prozess der Einführung dieser neuen medizinischen Governance zu begleiten und zur Entwicklung der medizinischen Strategie beizutragen, hat der Verwaltungsrat darüber hinaus Thierry Carrel beauftragt. Die Dauer seines Mandats soll zwischen 6 und 24 Monaten betragen, je nach Bedarf. Carrel ist Mitglied des HFR-Verwaltungsrates und derzeit am Unispital Zürich (USZ) tätig. Zuvor arbeitete der 62-jährige bekannte Chirurg mehrere Jahre bei der Insel Gruppe als Direktor der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie.