Die Merian Iselin Klinik und das Claraspital in Basel haben einen neuen Tarifvertrag mit der Krankenkassen KPT. Danach können zusatzversicherte Patienten «ab sofort ohne Einschränkungen in unserer Klinik Aufnahme finden», wie die Merian-Iselin-Belegärzte per Mail erfuhren. Das Abkommen tritt rückwirkend ab 1. September in Kraft.
Im Hintergrund stand ein vertragsloser Zustand, der neben Merian Iselin und Claraspital auch mit der Reha Rheinfelden herrschte. Die KPT erklärte dies auf ihrer Website damit, dass «die Preisvorstellungen für die Vergütung der Leistungen zu weit auseinander liegen». Daher schliesse die KPT keine Zusatzversicherungs-Verträge ab, weil ansonsten «ein stärkeres Wachstum der Gesundheitskosten und Prämienerhöhungen die Folge» seien.
Die Belegärzte müssen die Botschaft überbringen
Gegenüber «OnlineReports» sagte Merian-Iselin-Direktor Stephan Fricker damals, dass die Berner Krankenkasse «die marktüblichen und mit andern Versicherern fixierten Tarife für die Zusatzversicherten» nicht mehr bezahlen wolle, obwohl die Privatklinik «gleich teuer wie bei jedem andern Versicherer» sei. Viele halbprivat- und privatversicherte KPT-Kunden seien sich der Einschränkungen nicht bewusst, so Fricker: Es liege dann an den Belegärzten oder an der Klinik, den Versicherten die unangenehme Wahrheit mitzuteilen.
Immer noch offen ist derzeit der
Tarifstreit im Solothurnischen: Wegen Uneinigkeit über Tarifhöhe und Vertragsdauer herrscht zwischen den Solothurner Spitälern SoH einerseits sowie Helsana und CSS andererseits ein vertragsloser Zustand. In dieser Situation weigert sich Helsana, den SoH-Privat- und Halbprivat-Patienten die Zusatzleistungen zu berappen; die CSS bezahlt bis dato weiterhin.
KPT und Genolier
In dieser Situation beschloss die SoH-Gruppe, in die Bresche zu springen und Helsana-Zusatzversicherten dennoch die üblichen Privatleistungen zu gewähren. Derweil ist Helsana bereit, Halbprivat- oder Privat-Versicherte, die wegen der Obergrenze die allgemeine Abteilung in einem SoH-Spital wählen, mit einer Pauschale zu entschädigen. Die Summe liegt bei 1000 beziehungsweise 1500 Franken.
KPT wiederum (die wie Helsana und CSS zum Kassenverband Curafutura gehört) lieferte sich vor knapp einem Jahr einen recht heftigen Streit mit der Genolier-Klinik: Im Herbst 2015 forderte der Berner Versicherer rund 300 Privat- oder Halbprivat-Kunden auf, sich andernorts behandeln zu lassen. Der Genolier-Konzern Swiss Medical Network beschwerte sich daraufhin bei der Aufsichtsbehörde Finma. Eine einvernehmliche Lösung gelang im Juli mit einem Vertrag, der über fünf Jahre sinkende Tarife vorsieht.