«Letztendlich wird das System der Politik um die Ohren fliegen», glaubt der Chefapotheker am Spital Interlaken.
Die Schweiz handle nach der Devise «wir tun was und schauen danach, ob es entgegen aller Warnungen das Richtige war». Anders Deutschland, Frankreich oder die EU, welche die heimische Produktion fördern.
Billigstprinzip sei noch schlimmer als das Referenzpreissystem
Die Schweiz wolle vor allem eins: Die Gesundheitskosten senken. Der Bundesrat will bei Medikamenten ein Referenzpreissystem. Noch schlimmer sei aber das «Billigstprinzip», sagt Martinelli dem Nachrichtenportal weiter. Dieses schlägt die Gesundheitskommission des Nationalrats vor.
Genau dieses Prinzip führe zu den Lieferengpässen, warnt Martinelli. «Mit der Zeit gibt es wohl nur noch ein Produkt, nämlich jenes, das jeden Preisschritt unterbietet.»
Hersteller werden vertrieben
Die teureren Konkurrenten würden sich vom Markt zurückziehen. Das ist billiger, aber bei einem Ausfall des einzig verbliebenen Produkts wäre dann keine Alternative vorhanden.
«Die Lösung ist also weder durchdacht noch wirklich gut.» Wenn man Preise diskutiere, müsse man auch die Versorgung diskutieren: «Sonst geht das nicht», sagt Martinelli.