Engpässe: Entwarnung bei Impfstoffen und Antibiotika

Die schwere Mangellage bei Antibiotika und Impfstoffen in der Schweiz scheint behoben: Die Pflichtlager werden wieder regulär geführt. Engpässe bei vielen Medikamenten bleiben jedoch bestehen.

, 23. Februar 2026 um 10:24
image
Bild: Diana Polekhina / Unsplash
Die Versorgung der Schweiz mit Antibiotika und Impfstoffen habe sich stabilisiert, die schwere Mangellage ist behoben: Wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung meldet, kann damit die Freigabe der Pflichtlager für Antibiotika sowie für Human-Impfstoffe auf Anfang März beendet werden.
Die entsprechende Verordnung war im November 2019 in Kraft getreten, ausgelöst durch grosse Lücken bei Antibiotika, die intravenös verabreicht werden. Im März 2023 wurde die Freigabe auf alle weiteren Applikationsformen ausgeweitet. Und im Juli 2023 folgte die Pflichtlagerfreigabe für Impfstoffe der Humanmedizin.
«Mittlerweile hat sich die Versorgungslage stabilisiert, und die zwischenzeitlich zur Überbrückung der Versorgung benötigten Pflichtlager konnten wieder fast vollständig aufgebaut werden», so nun die Mitteilung des BWL.
Insgesamt halten die Probleme in der Medikamentenversorgung allerdings an. Die aktuelle Engpass-Liste des BWL führt etwa drei Dutzend lebenswichtige Arzneimittel auf, die derzeit nicht oder nur teilweise erhältlich sind.
  • Vom Engpass in die Kostenfalle. Es mag oft zufällig wirken, wenn ein bestimmtes Medikament fehlt. Aber die Folgen haben System. Der Musterfall eines Herzmittels zeigt, wie am Ende die teuerste Lösung übrig bleibt. Ein Kommentar von Enea Martinelli.

  • Antibiotika
  • impfstoff
  • medikamente
  • arzneimittel
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Das Kostenfolgemodell im Zentrum des Kostendämpfungspaket

Interpharma reagiert scharf auf die Veröffentlichung des Vernehmlassungsverfahrens zum Kostendämpfungspaket.

image

Antibiotikaresistenzen: Bund will Spitäler besser rüsten

In jedem zweiten Spital fehlt ein vollständiges Programm zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Der Bund kündigt verstärkte Unterstützung beim Aufbau entsprechender Massnahmen an.

image
Ein Kommentar von Enea Martinelli

Arzneimittel: Vom Engpass in die Kostenfalle

Es mag oft zufällig wirken, wenn ein bestimmtes Medikament fehlt. Aber die Folgen haben System. Der Musterfall eines Herzmittels zeigt, wie am Ende die teuerste Lösung übrig bleibt.

image

Medikamente: Nationalrat lehnt einfachere Zulassung ab

Im Unterschied zum Ständerat will der Nationalrat nichts wissen von einer erleichterten Einfuhr patentabgelaufener Medikamente.

image

Medis im Ausland günstig kaufen? Vergiss es

Der Ständerat will nicht, dass Kosten gespart werden, indem der Kauf von Medikamenten im Ausland zulasten der Grundversicherung ermöglicht wird.

image

US-Politik: Interpharma warnt vor Versorgungsproblemen

Donald Trump drängt ultimativ auf tiefere Medikamentenpreise für die USA – auf Kosten kleiner Märkte. Die Pharmabranche fordert nun rasche und entschlossene Reformen in der Schweiz.

Vom gleichen Autor

image

Pflegelotsen: Stadt Zug testet neues Modell

Manchmal braucht es rasch pflegerische Hilfe. Hier setzt ein Pilotprojekt in Zug an: Spezielle «Pflegelotsen» koordinieren Unterstützung und entlasten Betroffene wie Institutionen.

image

Gesundheitsversorgung Oberengadin: Finanzchef geht

Roman Grossrieder steht der SGO aber danach noch zur Verfügung, bis Anschlusslösungen in allen Bereichen geklärt sind.

image

Der Ticker: Neues zur Künstlichen Intelligenz im Gesundheitswesen

Macht KI inkompetent? ++ Rezept per KI ++ Kostengutsprachen per KI ++ Ambient Scribes mit Nebenkosten ++ KI statt Doppelbefundung ++