Fast zwei Drittel der Haus- und Kinderärzte in der Schweiz erachten den Umfang erbrachter medizinischer Leistung durch alle hier im Gesundheitssystem tätigen Mediziner als «etwa richtig». Dies geht aus der Studie «International Health Policy Survey» hervor, durchgeführt von der Stiftung Commonwealth Fund.
Ein Drittel schätzt die erbrachten Leistungen demnach als «(viel) zu viel» ein. Allerdings schätzten deutlich weniger Ärzte die erbrachten Leistungen als «(viel) zu viel» ein als noch im Jahr 2015. Damals hatte dieser Anteil noch über 50 Prozent betragen.
Screenshot Commonwealth Fund
Weiterhin mögliche Überversorgung
Ein möglicher Grund für diese Verschiebung vermuten die Studienautoren unter anderem in der 2014 lancierten Initiative
«Smarter Medicine». Diese habe zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema der Unter- oder Überversorgung geführt - und schliesslich in einer Sensibilisierung der Ärzte und Patienten.
Trotzdem deute dieser Anteil von einem Drittel weiterhin auf eine mögliche Überversorgung von geringem Nutzen hin, steht in der Studie weiter zu lesen. Oder gar durch solche, welche potenziell eine Verschwendung darstellen.
Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung – Situation in der Schweiz und im internationalen Vergleich. Analyse des International Health Policy (IHP) Survey 2019 der amerikanischen Stiftung Commonwealth Fund im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).Das sind die häufigsten Hindernisse
Die Ärzte wurden in der Umfrage 2019 zudem gefragt, welche Hindernisse sie in der Reduktion von Leistungen mit geringem Nutzen sehen. Oder eben bei solchen, die potenziell eine Verschwendung darstellen.
Über die Hälfte der Mediziner in der Schweiz sehen in der Forderung von Patienten nach unnötigen Tests und Behandlungen ein bedeutendes Hindernis. Im Gegensatz dazu werden etwa die Angst vor Folgen durch Behandlungsfehler oder der Mangel an Zeit grösstenteils als geringes oder kein Hindernis eingeschätzt.
Screenshot Commonwealth Fund