Sind Drogen gefährlich? Ein neuer Blick auf eine alte Frage

Die Kommission für Drogenfragen fordert für alle heute illegalen Rauschsubstanzen andere Modelle – und dabei eine möglichst offene Regulierung.

, 21. Dezember 2015 um 12:06
image
  • medikamente
  • politik
Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) kommt zum Schluss, dass die auf Verboten beruhende Drogen-Gesetzgebung nicht mehr ausreicht. Sie fordert folglich, dass für alle Substanzen, die heute illegal sind, neue Regulationsmodelle entwickelt werden, die diese zugänglich und staatlich kontrollierbar machen.
Parallel dazu solle die Politik selbstverantwortliches Handeln fördern sowie gefährdete Gruppen schützen und suchtkranken Menschen die notwendige Hilfe zusichern.
Dazu veröffentlichte die EKDF nun einen Bericht: «Sind Drogen gefährlich?» Auf der Grundlage verschiedener Studien wird aufgezeigt, wie komplex es ist, Drogen nach ihrer Gefährlichkeit zu kategorisieren: «Alle Drogen sind gefährlich – und ungefährlich zugleich», so ein Fazit der Mitteilung.


Der Bericht bekräftigt die Haltung der Kommission, dass nur eine umfassende Herangehensweise an Fragen rund um den Konsum psychoaktiver Substanzen eine glaubwürdige Debatte ermöglicht. 
Daher bedürfe es gemäss einer möglichst offenen gesetzlichen Regulierung aller Substanzen, egal ob legal oder illegal, die sich an den konkreten Problemen orientiert.
Die EKDF ging 1997 aus der Subkommission Drogenfragen der damaligen Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission hervor. Sie berät Bundesrat und Behörden in drogenpolitischen Belangen und pflegt den Austausch mit drogenpolitisch relevanten Akteuren. Die Kommission besteht aus 10 Mitgliedern
Ende 2015 wird sie aufgelöst und in die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen (EKSF) überführt.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Regierung muss Lohn des LUKS-Präsidenten prüfen

195'000 Franken für den Spital-Verwaltungsrats Martin Nufer seien «ausufernd», kritisierte eine Politikerin.

image

Spitalzentrum Biel: Kristian Schneider wechselt zum BAG

Kristian Schneider wird nächstes Jahr der Stellvertreter von BAG-Direktorin Anne Lévy. Er ersetzt Thomas Christen.

image

Bundesrat: Mehr Massnahmen gegen ärztliche Gefälligkeitszeugnisse unnötig

«Ein Generalverdacht gegenüber der Ärzteschaft wäre verfehlt», findet der Bundesrat. Er will nicht intensiver gegen falsche Arztzeugnisse vorgehen.

image
Gastbeitrag von Felix Schneuwly

Eingebildete Explosionen und teure Luftschlösser

Jedes Jahr gibt es dieselbe Diskussion über steigende Gesundheitskosten. Und jedes Jahr die gleichen Rezepte: Einheitskasse, mehr Staat, Pauschalbudgets. Diesmal alles auch in Buchform.

image

Spitallisten: Druck auf Kantone nimmt zu

Wie der Ständerat macht auch der Nationalrat Druck, damit die Kantone die Spitalplanung und die Leistungsaufträge aufeinander abstimmen.

image

Medikamente: Nationalrat lehnt einfachere Zulassung ab

Im Unterschied zum Ständerat will der Nationalrat nichts wissen von einer erleichterten Einfuhr patentabgelaufener Medikamente.

Vom gleichen Autor

image

Spital heilt, Oper glänzt – und beide kosten

Wir vergleichen das Kispi Zürich mit dem Opernhaus Zürich. Geht das? Durchaus. Denn beide haben dieselbe Aufgabe: zu funktionieren, wo Wirtschaftlichkeit an Grenzen stösst.

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.