Rekord: Noch nie wurden so viele Ärzte gesucht

Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der ausgeschriebenen Ärzte-Jobs in der Schweiz verdreifacht. Dafür hat sich die Lage im Pflegebereich auf hohem Niveau etwas entspannt.

, 16. Januar 2019 um 05:00
image
  • ärzte
  • spital
  • praxis
Die Zahl der Vakanzen bei den Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz ist im vierten Quartal 2018 auf das Rekordniveau von fast 2'951 gestiegen. Dies zeigt der aktuelle Schweizer «Jobradar» der Personalprofis von der Arbeits-Suchmaschinenfirma X28.
Ende 2017 waren laut dem «Jobradar» gut 2'700 Ärzte-Stellen inseriert. Das Wachstum bei den Ärzte-Jobs ist seit 2013 ungebremst: Vor fünf Jahren waren es noch 1'130 offene Mediziner-Stellen gewesen. Die Zahl der Inserate hat sich somit innerhalb von fünf Jahren verdreifacht.
image
Die Zahl der Vakanzen im Ärzteberuf steigt und steigt. | «Jobradar»

Steile und sich verschärfende Entwicklung 

Der «Jobradar» umfasst alle Stellen, die in der Schweiz online und öffentlich ausgeschrieben werden, also Jobs von Firmen-Websites und Personaldienstleistern. Mehrfachnennungen sind so gut wie ausgeschlossen. 
Auch Pflegefachleute werden natürlich weiterhin händeringend gesucht: Zum Jahresende waren 10'556 Pflege-Jobs ausgeschrieben. Das sind zwar knapp fünf Prozent weniger als Ende 2017. Dennoch kommt die Berufsgruppe nach wie vor auf Rang 1, gefolgt von den Berufen Elektromonteur und Software-Entwickler.

Zehn Prozent mehr Vakanzen

Insgesamt ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen im Gesundheitswesen im vierten Quartal 2018 auf 8'478 gestiegen. Das sind 805 oder zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Auch bei der Berufsgruppe Medizinische Assistenz hat sich die Zahl der offenen Stellen zwischen 2013 und 2018 von 605 auf 1'281 Vakanzen verdoppelt. Hirslanden, die Insel Gruppe sowie das Universitätsspital Zürich (USZ) rekrutieren derzeit am meisten Personal in der Branche.
  • Lesen Sie auch: «Deutscher Gesundheitsminister will Ärzte aus der Schweiz zurückholen»
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

image

Ein Oensinger Gesundheitszentrum betreibt den ersten «Medicomat» in der Schweiz

Das Gerät im Vitasphère-Gesundheitszentrum funktioniert wie ein Getränkeautomat. Doch statt Flaschen gibt der Automat rund um die Uhr Medikamente heraus.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.