Geht es nach Jens Spahn sollen in Zukunft weniger Ärzte aus Deutschland in andere EU-Länder abwandern. In
einem Interview mit dem «SonntagsBlick» plädiert der Gesundheitsminister deshalb für eine Neureglung der Abwerbung von bestimmten Fachleuten.
Klar sei, «dass diese Fachleute in Deutschland fehlen», sagte er der Zeitung. «Bei uns arbeiten dann polnische Ärzte, die wiederum in Polen fehlen.» Das könne so nicht richtig sein, sagte der 38-jährige CDU-Minister.
Ohne die Freizügigkeit infrage zu stellen
«Deshalb sollten wir darüber nachdenken, ob wir die Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufsgruppen innerhalb der EU nicht neu regeln müssen. Und das, ohne die Freizügigkeit in Europa grundsätzlich infrage zu stellen.»
Der CDU-Politiker verweist dabei auf entsprechende Abkommen, die es bereits in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gebe. Das könnte Vorbild sein.
Spahn versteht die Ärzte
Knapp 20 Prozent der in der Schweiz arbeitenden Ärzte besitzen einen deutschen Pass, das sind über 6'000 Personen. Spahn ärgere sich nicht, dass Deutschland Fachleute für die Schweiz ausbilde, er könne sie ja verstehen, räumt er ein: «Die Schweiz ist ein schönes Land.»
Die Schweiz ist für deutsche Mediziner seit Jahren das mit Abstand beliebteste Auswanderungsland. Im Jahr 2017 nahmen laut Bundesärztekammer 641 von knapp 2'000 Ärzte, die vorher in Deutschland praktiziert hatten, in der Schweiz einen Job an.