Novum in der Spitalplanung: Kantone schliessen sich zusammen

Erstmals in der Schweiz wollen gleich fünf Kantone ihre Spitalversorgung künftig gemeinsam planen. Das Ziel: geringere Kosten und bessere Qualität.

, 27. Februar 2020 um 07:33
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  • politik
  • gesundheitskosten
Zum ersten Mal in der Schweizer Gesundheitspolitik möchten fünf Kantone bei der Planung der kantonalen Gesundheitsversorgung zusammenspannen: Die beiden Kantone Appenzell, Glarus, Graubünden und St. Gallen wollen die Planung im stationären Bereich in der Ostschweiz künftig gemeinsam angehen. 
Dazu haben die zuständigen Regierungsräte am Mittwoch eine Absichtserklärung für eine gemeinsame stationäre Gesundheitsversorgung unterzeichnet. Dies geht aus einer Mitteilung hervor. Die gemeinsame Planung läuft parallel zur neuen St. Galler Spitalstrategie, die im April im Kantonsparlament diskutiert wird.

24 Spitäler für 800'000 Menschen

Im Mittelpunkt der neuen Planung stehe der Versorgungsbedarf und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung, heisst es. Im Idealfall sollen sogar gleichlautende Spitallisten gelten, dort wo es geografisch sinvoll sei. Das Ziel der interkantonalen Zusammenarbeit: Den Anstieg der Gesundheitskosten dämpfen, was zu tieferen Prämien führen soll.
Nebst einer optimalen Versorgungsituation sollen die Gesundheitseinrichtungen in der gemeinsamen Spitalplanung aber nicht auf einzelne Kantone konzentriert werden, sondern angemessen verteilt sein müssen. Zusammen verfügen die Kantone derzeit über 24 öffentliche Akutspitäler für die rund 800 000 Einwohner der Region. 

Kriterien für Spitalliste vereinheitlichen

Gemeinsam wollen die fünf Kantone nun Patientenströme und Überkapazitäten analysieren. Auch sollen bei der Vergabe von Leistungsaufträgen künftig einheitliche, verbindliche und transparente Kriterien gelten: etwa Vorgaben zur Erreichbarkeit, Vorgaben an Ausbildungsplätze, Anforderungen an die Qualität und die Wirtschaftlichkeit oder Mindestfallzahlen in spezialisierten Bereichen.
Diese schwierige Aufgabe übernimmt eine Projektorganisation, die sich aus verschiedenen Mitgliedern der Teilnehmerkantone zusammensetzt. Geleitet werde das Team von einer externen und unabhängigen Fachperson, die allerdings noch gesucht werden müsse. Erkenntnisse erwarten die fünf Kantone in zwei Jahren. 

Wer entscheidet bei einer Patt-Situation?

Das Projektteam werde zudem prüfen, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt allfällige weitere benachbarte Kantone einbezogen werden könnten. Der Kanton Thurgau ist (noch) nicht dabei, habe aber grundsätzlich Interesse an der Zusammenarbeit bekundet, heisst es weiter.
Allerdings müsste vorgängig das Entscheidungsgremium definiert werden. Daran seien schon andere gemeinsame Projekte gescheitert, sagte der Thurgauer Gesundheitsdirektor Jakob Stark gegenüber dem Regionaljournal von SRF
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