Wenn Arzt und Patient nicht die gleiche Sprache sprechen, ist ein Dolmetscher gefragt. In der Stadt Zürich sprechen etwa 60'000 Personen kein Deutsch. Besonders im Zusammenhang mit Krankheit und Spitalaufenthalt treten sprachliche und kulturelle Verständigungsschwierigkeiten auf, stellte die Stadtregierung fest.
Übersetzungsarbeit für 2,4 Millionen Franken
Sie will deshalb in ihren Gesundheitsinstitutionen den Übersetzungsdienst ausbauen und startet ein Pilotprojekt. Der Gemeinderat soll dafür 2,4 Millionen Franken bewilligen. Mit dem Geld soll die Verständigung zwischen fremdsprachigen Patienten und dem Gesundheitspersonal gefördert werden.
Weniger Sprachbarrieren
Oft müssen Patienten aufgeklärt werden, damit sie ihre Einwilligung für oder gegen eine medizinische Massnahme abgeben können. Im vierjährigen Pilotprojekt werden in den Gesundheitsinstitutionen praxistaugliche Abläufe geschaffen, Mitarbeitende geschult und Dolmetscherdienst finanziert. Neben den klassischen professionellen interkulturellen Dolmetschern sollen auch neue digitale Übersetzungshilfen getestet werden.
Im Notfall auch digital oder mit Laien
Denn bei einer Notfallbehandlung reicht die Zeit oft nicht, um jemanden aufzubieten. Auch wenn in Ausnahmefällen Laiendolmetscher zum Einsatz kommen, soll die Situation verbessert werden, indem sie mittels Schulungen dazu befähigt werden.
Mehr richtige Behandlungen
Die richtige Auswahl der Vermittlungshilfe minimiere das Risiko einer Über- oder Unterversorgung oder gar Falsch-Behandlung, hofft die Stadtregierung. Werden Patienten richtig informiert und verstanden, könne dies für das Gesundheitswesen zu Kosteneinsparungen führen.