Die Dachorganisation will nun Geld vom Bundesamt für Gesundheit
(BAG). Dies berichtet
der «Tages-Anzeiger». «Wir wollen mit dem Bund über neue Finanzierungswege reden», sagt deren Direktor Rudolf Schwabe der Zeitung.
Es gilt, eine Lücke von zwei bis vier Millionen Franken pro Jahr zu füllen, dies bei einem jährlichen Umsatz von rund 150 Millionen Franken. Dabei stehen laut Schwabe zwei Varianten zur Debatte:
1. Subventionen:
Für eine Subvention des Bundes muss zuerst das Heilmittelgesetz geändert werden. Dies sei unter Politiker umstritten. Das Geschäft liege derzeit beim Departement des Innern, wo das weitere Vorgehen abgeklärt wird.
2. Eine Anhebung der Bluttarife:
Diese Variante ginge dann zulasten der Spitäler – und damit der Kantone und schliesslich der Krankenkassen.
Kosten bereits reduziert
Nicht infrage kommen laut dem SRK-Direktor die Löhne der sieben GL-Mitglieder oder die Entschädigung des zehnköpfigen Verwaltungsrats zu kürzen. «Wir haben die Kosten bereits reduziert», so Schwabe.
So seien die internen Abläufe gestrafft und der Personalbestand unter Ausnützung der natürlichen Fluktuation von 640 auf 600 Personen reduziert worden, heisst es.
Klar ist: Gelingt es nicht, neues Geld zu generieren, drohen laut Blutspendedienst zusätzliche Sparmassnahmen. «Schlimmstenfalls müssten wir einzelne Entnahmestellen schliessen», sagt der Direktor weiter. Dies wiederum dürfte nicht ohne Auswirkungen auf den Personalbestand zu lösen sein.
Blutbedarf nimmt ab – Unterversorgung droht
Zum dritten Mal in Folge hat sich 2015 der jährliche Blutverbrauch in den Schweizer Spitälern vermindert – um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund: Die Ärzte gehen zunehmend zurückhaltender und bewusster mit dem Fremdblut um.
Mittelfristig droht laut dem Blutspendedienst eine Unterversorgung mit Blut. Schuld sei die demografische Alterung der Gesellschaft. In Zukunft gibt es immer weniger junge Spender für immer mehr ältere Empfänger.