Im Rahmen der
Dreijahresüberprüfung der Medikamentenpreise sollte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 3'750 Packungen auf ihre Aufnahmebedingungen überprüfen. So schreibt es das Gesetz vor. Das BAG kommt diesem Auftrag aber nur unvollständig nach,
wie der Versichererverband Curafutura feststellt.Lediglich ein Drittel der Packungen würden vom BAG überprüft. Als Grund nennt Curafutura «knappe Personalressourcen». Und dies stütze das hohe Niveau der Pro-Kopf-Ausgaben bei den Medikamenten in der Schweiz zusätzlich, so der Versichererverband weiter.
Sparpotenzial von mehreren Millionen Franken
Curafutura rechnet in der vom BAG derzeit bearbeiteten Tranche mit Einsparungen von rund 140 Millionen Franken. Weil das Bundesamt für Gesundheit die Kostengünstigkeit nicht berücksichtige, verschenke es diesen Spareffekt zur Linderung der Prämienlast.
Der Verband mit den grossen Krankenkassen CSS, Helsana, Sanitas und KPT, fordert in einem ersten Schritt deshalb nun die konsequente Überprüfung aller Medikamente. Und zwar dahingehend, ob die Aufnahmebedingungen ohne Ausnahmen erfüllt seien. In einem weiteren Schritt müsse das BAG dann die Überprüfungsintervalle aller Medikamentenpreise auf ein Jahr verkürzen, empfiehlt Curafutura weiter.
Kostengünstigkeit berücksichtigen
Im Zentrum der Dreijahresüberprüfung steht die Erfüllung aller Aufnahmekriterien für die Kostenübernahme und im Speziellen die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit. Sie erfolgt anhand zweier Kriterien:
- 1) dem Auslandspreisvergleich als Durchschnittspreis aus den neun Vergleichsländern und
- 2) dem therapeutischen Vergleich mit Medikamenten für die gleiche Erkrankung.
Beide Kriterien werden gleich gewichtet. Was die Wirtschaftlichkeit angeht, sollte jedoch gemäs Krankenversicherungsgesetz (Artikel 43 Abs. 6) auch die Kostengünstigkeit durch das BAG berücksichtigt werden, wie Curafutura feststellt. So müssten bei einem identischen Wirkstoff sowohl die günstigste wie die teuerste Variante vergütet werden.