Impfzentren: Im Triemli geht's los – Hirslanden baut auf

Während der Kanton Zürich dem Stadtspital nächste Woche Impfstoff liefern will, baut die Hirslanden in der Messe noch auf. Die Spitäler erklären, wie sie sich organisieren und woher das Personal kommt.

, 3. März 2021 um 15:23
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Elf Impfzentren stellt der Kanton Zürich bereit – dies, mit einer Kapazität von 20'000 Impfungen pro Tag. Medinside berichtete darüber. Eigentlich wären das Referenz-Impfzentrum am Institut für Epidemiologie, Biostatik und Prävention EBPI (600 Impfungen pro Tag) und das Stadtspital Triemli (600 bis 1000 Impfungen pro Tag) bereit. Weiter war geplant, dass die Hirslanden-Gruppe in der Messe Zürich (Hallen 1 und 2) per Ende Februar das grösste Impfzentrum des Kantons eröffnet. Mit 30 Impfstrassen können dort täglich 2000 bis 4000 Personen Personen geimpft werden (siehe Interview weiter unten).  Die Krux: Der Impfstoff fehlt immer noch. Für das Triemli gibt es indes einen Lichtblick.  

Stadtspital in den Startlöchern

Aktuell steht das Impfcenter im Triemli zwar noch leer. Dies ändert sich laut Maria Rodriguez voraussichtlich nächste Woche. «Der Kanton hat uns eine weitere Impfstofflieferung in Aussicht gestellt», erklärt die Mediensprecherin des Stadtspitals Waid und Triemli. Sobald diese eintrifft, werden Risikopatientinnen und Patienten des Stadtspitals Waid und Triemli, sowie Personal mit direktem Patientenkontakt für die Impfungen aufgeboten. Achtung: Aktiv anmelden könne man sich zum jetzigen Zeitpunkt als externe Person jedoch nicht.

40 Mitarbeiter benötigt

Für das Impfcenter Triemli sind rund 40 Mitarbeitende vorgesehen. Sie werden nicht gleichzeitig, sondern den Öffnungszeiten und Arbeitsschichten entsprechend eingesetzt. Bei diesen Mitarbeitenden handelt es sich zum Grossteil um Personen mit medizinischem Hintergrund (MPAs, Pflegende, Fachangestellte Labor, Medizintechniker der Mikrobiologie), aber auch um Mitarbeitende in der Administration (Patientenaufnahme, Guest Relation Management, etc.). «Es ist aber auch immer mindestens ein Arzt oder eine Ärztin anwesend», erklärt Rodriquez.

Personal aus dem Tourismus

Die Mitarbeitenden für das Impfzentrum werden vom Testcenter übernommen (dieses befindet sich übrigens neu im Kasernenareal). Rekrutiert wurden die Mitarbeiter des Testcenters vom internen Departement Human Resources. Es handelt sich meist um Mitarbeitende in Kurzarbeit oder um Arbeitslose mit entsprechender Ausbildung, die sich beim Triemli beworben haben, so etwa von der Swiss. Sie werden nach Möglichkeit im Testcenter Kasernenareal eingesetzt. Rodriguez: «Zwischen dem Testcenter Kasernenareal und dem Impfcenter Triemli besteht eine enge, personelle Zusammenarbeit. Bei Engpässen kann so ausgeholfen werden.» Ein Grossteil dieser Mitarbeitenden sei im Stundenlohn angestellt, um den entsprechenden Schwankungen in der Planung begegnen zu können. 

«Bei 4000 Impfungen pro Tag braucht es pro Schicht um die 100 Mitarbeitende»

Die Hirslanden baut in der Messe Zürich das grösste Impfzentrum des Kantons auf. Unter den rekrutierten Mitarbeitern befinden sich auch Arbeitslose aus dem Eventbereich oder der Tourismusbranche, wie Mediensprecher Marco Binder gegenüber Medinside erklärt. 

Aktuell gibt es keinen Impfstoff. Wie ist der Stand der Dinge hinsichtlich des Impfzentrums in der Messe Zürich? 

Die Aufbauarbeiten seitens der Hirslanden-Gruppe für das Covid-19-Impfzentrum in der Messe Zürich verlaufen planmässig und die Infrastruktur steht nächstens bereit. Wie die Gesundheitsdirektion letzte Woche kommuniziert hat, werden die bis Ende März verfügbaren Impfdosen insbesondere für Zweitimpfungen in den Alters- und Pflegeheimen sowie in den Hausarztpraxen eingesetzt. Die Impfzentren werden dementsprechend ihren Betrieb im April anhand der verfügbaren Impfstoffmenge aufnehmen. Das Impfzentrum in der Messe Zürich wird rechtzeitig für den durch den Kanton vorgegebenen Testbetrieb sowie regulären Betrieb bereit stehen.

Die Hirslanden betreibt ebenso Impfzentren in den Kantonen Genf, Zug und im Thurgau ...

In den Impfzentren der anderen Kantone ist man seit Eröffnung dieser Zentren weiterhin am impfen, gemäss den zur Verfügung gestellten Impfdosen.

Zur Messe Zürich: Wie schnell kann die Hirslanden das Impfzentrum eröffnen, sollte Impfstoff zur Verfügung stehen? 

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich hat kommuniziert, dass die Impfzentren im April anhand der verfügbaren Impfstoffmenge ihren Betrieb aufnehmen sollen. Hirslanden wird das Impfzentrum rechtzeitig für den durch den Kanton vorgegebenen Testbetrieb sowie regulären Betrieb bereit stellen. Dies ist bei den Standorten der anderen Kantone bereits erfolgt.

Das Impfzentrum in der Messe Zürich ist gross. Wie viel Personal wird für den Betrieb benötigt?

Die Anzahl der Mitarbeitenden wird angepasst an die Verfügbarkeit der Impfstoffe und damit potentiell durchführbaren Impfungen sowie der Nachfrage nach Impfterminen. Beim angestrebten maximal gefahrenen Betrieb von 4000 Impfungen pro Tag sind dies pro Schicht um die 100 Mitarbeitende. Die Angaben basieren auf den in der Projekt-Phase getroffenen Annahmen des Betriebs und den Erfahrungen von Hirslanden aus dem Betrieb von zwei Impfzentren im Kanton Thurgau.

Wie wurde das Personal für die Messe Zürich rekrutiert?

Die Personalrekrutierung hat letzte Woche zusammen mit unseren Rekrutierungspartner Careanesth gestartet. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam genügend Personen rekrutieren können – damit wir zusammen mit der Unterstützung der ganzen Bevölkerung den Weg zurück in die Normalität finden.

Werden administrative Arbeiten auch von Personal erledigt, das nicht aus der Gesundheitsbranche kommt; auf Abruf im Stundenansatz? 

Für administrative (Führungs-)Tätigkeiten rekrutieren wir auch aus Berufsfeldern ohne medizinische Vorkenntnisse, beispielsweise aus Branchen die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, wie der Eventbereich, die Tourismusbranche oder Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen. Die Personalisierung wird an die Kapazität der gefahrenen Impfungen angepasst.

Wie viele Fachkräfte impfen in Zürich?

Der grösste Anteil der Mitarbeitenden wird mit um die 70 Prozent aus medizinischen oder Pflegeberufen sein, gefolgt vom administrativen Personal mit etwa zwanzig Prozent und Ärztinnen und Ärzten (medizinische Verantwortung) mit rund zehn Prozent. Die Angaben basieren auf den in der Projekt-Phase getroffenen Annahmen des Betriebs und den Erfahrungen von Hirslanden aus dem Betrieb von 2 Impfzentren im Kanton Thurgau. Es wird eine bedarfsgerechte Personalisierung angestrebt.
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