Johnson & Johnson soll Zulassung erhalten

Der Bund hat bei fünf Herstellern 32,8 Millionen Impfdosen bestellt. Nun soll der Wirkstoff von Johnson & Johnson im März zugelassen werden – einen Vertrag hat die Schweiz jedoch nicht.

, 1. März 2021 um 10:33
image
  • coronavirus
  • impfstoff
  • impfung
  • politik
Pfizer/Biontech, Moderna, Astra Zeneca, Curevac und Novavax – mit diesen fünf Herstellern hat der Bund bisher einen Vertrag abgeschlossen und sich 32,8 Millionen Impfdosen gesichert (siehe Übersicht unten). Von Swissmedic zugelassen sind jedoch erst die beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna. Die Lieferschwierigkeiten der beiden Hersteller sowie die stockende Zulassung von Astra Zeneca erschweren das Vorhaben des Bundes, Herr und Frau Schweizer (sofern sie dies wünschen), bis im Sommer zu impfen. 
Am vergangen Samstag gab der Vektorimpfstoff von Janssen Vaccines, eine Tochter des US-Multikonzerns Johnson & Johnson, zu reden als er von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung erhielt. Dieser entfaltet im Vergleich zu den Vakzinen von Pfizer/Biontech, Moderna oder Astra Zeneca schon nach Verabreichung einer Dosis seine volle Wirkung und muss, anders als die übrigen Impfstoffe, nicht zwei Mal gespritzt werden. 

Johnson & Johnson: Zulassung ohne Vertrag

Wie die Tageszeitung Tages Anzeiger aus zuverlässiger Quelle erfahren haben soll, wird der Wirkstoff von Johnson & Johnson noch im März von Swissmedic die Zulassung erhalten. Ein entsprechendes Bewilligungsgesuch wurde vom Hersteller im letzten Dezember eingereicht. Die Krux: Für den Impfstoff gibt es keinen Vertrag und deshalb auch keine bestellten Impfdosen. Wie die BAG-Sprecherin Maria Foursova erklärt, will der Bund bei der Impfstoffbeschaffung aktiv bleiben. Deshalb stehe er mit verschiedenen Impfstoffherstellern in Kontakt.
Eine Massenimpfung ist demzufolge weiterhin ein frommer Wunsch. Denn wie aus der Übersicht unten hervorgeht, sind die beiden Impfstoffe von Curevac und Novavax noch nicht im Zulassungsverfahren von Swissmedic. Curevac will voraussichtlich im April einen Zulassungsantrag bei Swissmedic stellen.

Impfstoffe in der Schweiz

Der Bund hat bisher mit fünf Impfstoffherstellern Verträge abgeschlossen. Sobald ein Impfstoff von Swissmedic zugelassen ist, erhält die Schweiz aufgrund des Vertrages die Anzahl reservierter Impfdosen. Die Impfstoffhersteller liefern die reservierten Impfdosen gestaffelt über mehrere Monate in die Schweiz. Die Impfdosen stehen somit zu Beginn nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Ein Überblick:
Zugelassene Impfstoffe

Pfizer/Biontech

  1. Zulassung: 19. Dezember 2020
  2. Herkunft der Herstellerfirma: USA und Deutschland
  3. Impfstoff-Typ: mRNA-Impfstoff
  4. Dosierung: zwei Impfdosen
  5. Wirksamkeit: 95 prozentiger Schutz vor einer Erkrankung
  6. Alterszulassung: ab 16 Jahren

Bestellmenge: 3 Millionen Impfdosen

Moderna

  1. Impfstoffname: COVID-19 Vaccine Moderna®
  2. Zulassung: 12. Januar 2021
  3. Herkunft der Herstellerfirma: USA
  4. Impfstofftyp: mRNA-Impfstoff
  5. Dosierung: zwei Impfdosen
  6. Wirksamkeit: 94 prozentiger Schutz vor einer Erkrankung
  7. Alterszulassung: ab 18 Jahren
  8. Bestellmenge: 13,5 Millionen Impfdosen: Die Schweiz bestellte zuerst 7,5 Millionen Impfdosen; mit einem zweiten Vertrag wurde der Zugang zu weiteren 6 Millionen Impfdosen gesichert.

Hier erfahren Sie, wie eine mRNA-Impfstoff funktioniert. 
Impfstoffe im Zulassungsverfahren

AstraZeneca


  1. Impfstoffname: offen
  2. Zulassung: Im Zulassungsverfahren bei Swissmedic
  3. Herkunft der Herstellerfirma: Grossbritannien
  4. Impfstofftyp: vektorbasierter Impfstoff
  5. Dosierung: offen
  6. Wirksamkeit: Studien finden statt
  7. Alterszulassung: offen
  8. Bestellmenge: 5,3 Millionen Impfdosen

Hier erfahren Sie, wie ein Vektorimpfstoff funktioniert. 
Impfstoffe in der Entwicklung

Curevac


  1. Impfstoffname: offen
  2. Zulassung: offen
  3. Herkunft der Herstellerfirma: Deutschland
  4. Impfstofftyp: mRNA-Impfstoff
  5. Dosierung: zwei Impfdosen
  6. Wirksamkeit: Studien finden statt
  7. Alterszulassung: offen
  8. Bestellmenge:  5 Millionen Impfdosen

Novavax


  1. Impfstoffname: offen
  2. Zulassung: offen
  3. Herkunft der Herstellerfirma: USA
  4. Impfstofftyp: proteinbasierter Impfstoff
  5. Dosierung: zwei Impfdosen
  6. Wirksamkeit: Studien finden statt
  7. Alterszulassung: offen
  8. Bestellmenge: 6 Millionen Impfdosen

Quelle: BAG
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

(Noch) kein Marschhalt fürs EPD

Der Nationalrat will keinen Übungsabbruch beim Elektronischen Patientendossier (EPD) und spricht 30 Millionen Franken zur Übergangsfinanzierung zugunsten der Stammgemeinschaften.

image

«Rosenpickerspitäler» werden nicht bessergestellt

Vertragsspitäler werden mit Efas nun doch nicht bessergestellt. Der Nationalrat weicht somit von seiner früheren Haltung ab und folgt dem Ständerat.

image

Beat Jans will Spitalplanung zur Bundesratssache machen

Er will den Kantonen die Spitalplanung abnehmen und die Medikamentenpreise senken: Die Pläne des neuen Bundesrats Beat Jans.

image

Ostschweizer Kantone fordern EPD-Stopp

In der aktuellen Form bringe das Projekt kaum Nutzen: Es habe zu viele Konstruktionsfehler. Die Ostschweizer Regierungskonferenz verlangt deshalb einen Zwischenhalt.

image

Krankenkassenlobbyist gefährdet den Kompromiss

Wann soll auch die Pflege mit Efas einheitlich finanziert werden? In sieben Jahren – oder irgendeinmal?

image

Ständerat will Vertragsspitäler nicht besserstellen

Mit der einheitlichen Finanzierung ambulant und stationär (Efas) würden Vertragsspitäler bessergestellt. Der Ständerat wehrt sich dagegen.

Vom gleichen Autor

image

Kinderspital verschärft seinen Ton in Sachen Rad-WM

Das Kinderspital ist grundsätzlich verhandlungsbereit. Gibt es keine Änderungen will der Stiftungsratspräsident den Rekurs weiterziehen. Damit droht der Rad-WM das Aus.

image

Das WEF rechnet mit Umwälzungen in einem Viertel aller Jobs

Innerhalb von fünf Jahren sollen 69 Millionen neue Jobs in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Bildung entstehen – aber 83 Millionen sollen verschwinden.

image

Das Kantonsspital Obwalden soll eine Tochter der Luks Gruppe werden

Das Kantonsspital Obwalden und die Luks Gruppe streben einen Spitalverbund an. Mit einer Absichtserklärung wurden die Rahmenbedingungen für eine künftige Verbundlösung geschaffen.