Das Herzstück zum neuen Tarmed steht

Nach über zwei Jahren steht eine komplett überarbeitete Leistungsstruktur bereit, für einen revidierten «sachgerechten und betriebswirtschaftlichen» Tarif für ambulante ärztliche Leistungen.

, 13. November 2018 um 09:56
image
  • tarmed
  • tardoc
  • tarvision
  • praxis
Die neue ambulante Tarifrevision befindet sich auf der Zielgeraden. Demnächst werde dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die erarbeitete Leistungsstruktur zur Kenntnis gebracht. Dies teilen die Tarifpartner der ats-tms AG am Dienstag mit.
Erstmals seit 15 Jahren stehe nun wieder eine sachgerechte ambulante Leistungsstruktur zur Verfügung, heisst es. Innert zwei Jahren haben die Tarifpartner curafutura, FMH und MTK  die veraltete Tarifstruktur für ambulante Leistungen überarbeitet.

Im Frühjahr steht die Tarifstruktur!

Die Leistungsstruktur besteht aus sämtlichen Leistungspositionen inklusive Taxpunkte, generellen und Kapitelinterpretationen sowie weiterer Leistungspositionsmerkmale. Sie sei eine wichtige Vorstufe zur Fertigstellung der Tarifstruktur. «Zur Komplettierung fehlen der Tarifstruktur heute nur die Anwendungs- und Abrechnungsregeln.» Diese werden in den nächsten Monaten definiert.

Unter diesem Link kann die «Leistungsstruktur ambulant» eingesehen werden:

Gemäss Zeitplan wird die fertige Tarifstruktur im Frühjahr 2019 bereit sein. Nach den jeweilig internen Genehmigungen der beteiligten Tarifpartner soll bei Zustimmung die Tarifstruktur inklusive aller notwendigen Dokumentationen dem Bundesrat eingereicht werden.

H+ ist ausgetreten

Auch nach dem Austritt von H+ setzen die verbleibenden Gesellschafter laut der Mitteilung «ihr Vorhaben unbeirrt fort». Sie seien zuversichtlich, gemeinsam einen konsensfähigen, konstruktiven Abschluss der Arbeiten für die neue Tarifstruktur zu finden. Der Spitalverband ist erst vor kurzem nach der Verabschiedung der Leistungsstruktur aus der ats-tms AG ausgetreten. 
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Tardoc: Bern bleibt vorerst beim bisherigen Wert

Der Wert bleibt bei 0,86 Franken – unverändert seit 2013.

image

«Extrem unüblich»: Zweifel an der Sorgfalt eines Proktologen

Massive Komplikationen und der Verdacht auf Überarztung: Die SRF-Sendung «Kassensturz» nahm einen inzwischen verstorbenen Zürcher Enddarm-Spezialisten ins Visier.

image

Psychotherapie: Mindcare eröffnet Standort in Zürich

Nach dem Start in Winterthur plant Mindcare die nächste Praxis. Sie bietet Psychotherapie – mit einem Konzept, bei dem die Therapeuten weitestgehend von Administration und Organisation entlastet werden.

image

Integrierte Versorgung im Alltag: Ein Hausarzt zieht Bilanz

Die Hausarztmedizin steht unter Druck. VIVA vom Swiss Medical Network soll Ärzte entlasten und die Versorgungsqualität durch integrierte Zusammenarbeit steigern. Dr. Azarnoush berichtet, wie sich das Modell in der Praxis bewährt.

image

Klage mit Wirkung: FMCH blockiert gewisse ambulante Pauschalen

Mit einer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht stellen sich die Spezialärzte gegen zentrale Elemente der neuen Tarifstruktur. Der Start der betroffenen Pauschalen könnte sich verzögern.

image

Tarifstreit vor Gericht: BAG widerspricht

Hat das Bundesverwaltungsgericht die FMCH-Beschwerde bereits materiell geprüft? Nein, sagt das BAG. Bisher liege lediglich eine Art Rückfrage vor. Deshalb bestreitet das Amt, dass die Beschwerde der Spezialärzte viel aufschiebende Wirkung entfaltet. Wer hat recht?

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.