Es ist eine kleine Meldung aus der amerikanischen Wirtschaftspresse, aber sie bietet wohl wieder einen klaren Blick in die Zukunft des Gesundheitswesens: Laut gut informierten Quellen stehen der IT-Riese Apple und der Krankenkversicherer Aetna in Verhandlungen – mit dem Ziel, dass alle Versicherten eine Apple Watch erhalten sollen.
Aetna ist einer der grössten privaten Krankenversicherer Amerikas – oder genauer gesagt einer der führenden Managed-Care-Konzerne. Insgesamt 23 Millionen «members» sind hier versichert beziehungsweise betreut. Und bereits haben alle Mitarbeiter von Aetna eine Apple Watch erhalten.
Hier Umsatz und Marktmacht…
Welches Interesse Apple an so einem Deal hat, liegt nahe: Die Kooperation würde einen gewaltigen Umsatz-Boost nach sich ziehen, selbst bei günstigsten Stückpreisen. Und vor allem würde das Gerät aus Cupertino so definitiv zum führenden Health-Gadget auf dem Markt.
Aber was würde das für den Versicherer bedeuten? Das ist die interessantere Frage. Einerseits wäre die Apple Watch gewiss ein attraktives Marketing-Tool, mit dem sich insbesondere jüngere, gesundheitsbewusste Kunden anlocken liessen – also «gute Risiken».
…da gute Risiken und viele Daten
Andererseits lässt sich das Gerät dazu nutzen, die Kunden zu einem gesundheitsbewussteren Lebensstil anzuregen; zur Apple Watch gehört eben auch, dass sie (je nach Einstellung) gelegentlich dazu auffordert, ein paar Schritte zu tun, zu meditieren oder Medikamente zu nehmen.
Drittens schliesslich sammelt das Gerät Vitaldaten – welche der Versicherungskonzern aggregieren und neu auswerten könnte: Seine Entscheidungsgrundlagen würden damit nochmals verbessert.
Bei den Diskussionen zwischen Vertretern von Apple, Aetna sowie auch Patientenorganisationen
erwuchs hier auch ein Hauptthema: Wer bekommt die Daten? Mit welcher Diskretion?
Bereits laufen diverse Programme, bei denen die Apple Watch mit einem gewissen Rabatt an die Angestellten bestimmter Unternehmen mit Kollektivversicherung verteilt wurde. Der Entscheid zur ganz grossen Millionen-Streuung soll Anfang nächsten Jahres fallen.