Für Patienten und Ärzte: Der Bewegungs-Melder im Krankenzimmer

Ein simpler Trick: Wie man Patienten zum Aufstehen motiviert – und schliesslich rascher entlassen kann.

, 7. Dezember 2017 um 08:53
image
  • trends
  • e-health
  • spital
  • fitness
Wie motiviert man die Patienten nach einer Operation zum Aufstehen? Wie misst man, wie die Fortschritte sind? Eine ebenso naheliegende wie simple Lösung hat nun das bekannte Cedars-Sinai-Hospital in Los Angeles jetzt eingeführt: Die Patienten erhalten nach der Operation einen Fitness-Tracker ans Handgelenk, fertig.
Mit dem Fitbit-Gerät können einerseits die Ärzte immer sehen, wie viel sich ein Patient bewegt hat. Zugleich werden die Ergebnisse auch im Patientenzimmer auf einen Bildschirm projiziert. Dort sollen sie, so die Hoffnung, ebenfalls zu mehr Aktivität motivieren.

Von Kunstwerk zu Kunstwerk

Im Hintergrund steht die Erfahrung, dass jene Patienten, die früh eine Grenze von 1'000 Schritten pro Tag überschreiten, auch früher entlassen werden können. Die Wissenschaft sei sich inzwischen einig, von welch grossem Vorteil es ist, wenn die Patienten nach einer Operation früh aufstehen und sich bewegen – so die Erklärung von Brennan Spiegel, Direktor für Health Services Research bei Cedars-Sinai, im Sender CNBC den Versuch.
image
"Steps for average patient...": Die Ergebnisse werden gleich verglichen
Derzeit bekommen insbesondere Patienten nach orthopädischen Eingriffen solch einen Fitbit-Tracker, etwa nach dem Einsetzen einer Hüft- oder Knie-Prothese. Die Bildschirme im Krankenzimmer zeigen nicht nur die eigenen Schritte an, sondern auch Ziele, welche der Arzt vorgibt – und insbesondere auch die durchschnittlichen Bewegungen von Patienten mit derselben Organisation.
Und da ist noch mehr: Um die Menschen etwas stärker zu motivieren, bekommen sie zugleich eine App, welche auf einem Plan die im Spital aufgehängten Bilder präsentiert. Wer will, kann sich damit in 250-Schritte-Portionen von Kunstwerk zu Kunstwerk lotsen lassen.
In einer ersten Forschungsphase möchten die Cedars-Sinai-Gruppe nun auswerten, wie es tatsächlich um die Korrelation steht zwischen den Wegen, die ein Patient gleich nach der Operation zurücklegt, und dem Zeitraum bis zur Entlassung.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

KSB gewinnt PR-Bild-Award 2025

Das Kantonsspital Baden hat beim PR-Bild-Award 2025 in Berlin die Kategorie «Moments & Products» gewonnen.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Patienten wollen mehr mitreden – und gründen Dachorganisation

Ein neuer Verein soll Patienten und Patientinnen mehr an der Entwicklung des Gesundheitswesens beteiligen. Die Schweiz hinke nach, heisst es bei Swiss PPIE Network.

image

Was unsere Fingernägel über unsere Ernährung verraten

Eine Studie der Hochschule Fulda zeigt erstmals im Detail, wie zuverlässig Mineralstoffmuster in Nägeln den Ernährungsstil abbilden können.

image

Hospital-at-Home kommt ans linke Zürichseeufer

Ab sofort können Patienten am linken Zürichseeufer über das See-Spital Horgen, die Hospital at Home AG und die Spitex Horgen-Oberrieden zu Hause statt im Spital behandelt werden.

image

Diese 29 Erfindungen machen die Medizin smarter

Das US-Magazin «Time» kürte die wichtigsten Innovationen des Jahres aus dem Gesundheitswesen. Die Auswahl zeigt: Fortschritt in der Medizin bedeutet heute vor allem neue Schnittstellen zwischen Mensch, Maschine und Methode.

Vom gleichen Autor

image

Ein Urteil, das die Temporärarbeit im Gesundheitswesen verändern könnte

Ein Entscheid des Zuger Obergerichts beschäftigt Temporärfirmen: Wer Personal über Pools vermittelt, muss Bereitschaftszeiten vergüten und strengere Formvorschriften einhalten.

image

Spital heilt, Oper glänzt – und beide kosten

Wir vergleichen das Kispi Zürich mit dem Opernhaus Zürich. Geht das? Durchaus. Denn beide haben dieselbe Aufgabe: zu funktionieren, wo Wirtschaftlichkeit an Grenzen stösst.

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.