Expansionspläne des SMN stossen auf Widerstand

Das Personal befürchtet eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

, 18. Oktober 2019 um 08:14
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Das Swiss Medical Network hat Interesse daran, das öffentliche Regionalspital im st. gallischen Flawil zu übernehmen (Medinside hat berichtet). Das sorgt nicht überall für Freude.
So hat das Personal Vorbehalte. Die Gewerkschaft VPOD hat eine Medienmitteilung verschickt. «Ausgerechnet Genolier», lautet der Titel. Dem VPOD sei die Spitalgruppe «leider bestens bekannt».
Das Swiss Medical Network, das früher Genolier hiess, geriet 2012 in die Schlagzeilen, nachdem es kurz nach der Übernahme des Neuenburger Spitals La Providence 22 Angestellte fristlos entlassen hatte. Diese hatten zuvor wegen der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen gestreikt. 

«Werden das dezidiert bekämpfen»

Im Rahmen der Übernahme war zuvor der für das Gesundheitspersonal im Kanton Neuenburg geltende GAV aufgekündet worden. Dies um die Löhne und Zulagen zu senken und die Arbeitszeit zu verlängern, wie der VPOD nun schreibt. Gleichzeitig habe die Spitalgruppe vom Kanton Neuenburg weiterhin staatliche Unterstützung verlangt -  sich aber gleichzeitig auf «lukrative Spezialangebote» konzentriert.
Nun fürchtet man in St. Gallen, dass es im Falle einer Übernahme des Spitals Flawil durch das SMN zu ähnlichen Entwicklungen kommen könnte. Das werde man nicht akzeptieren, teilt der VPOD mit. «Jegliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und Löhne im Gesundheitsbereich werden wir dezidiert bekämpfen». 
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