«Eine erhöhte Sensibilität ist angezeigt»

Die Doppelfunktion von Birshof-Direktorin und SP-Politikerin Beatriz Greuter gibt in Basel wieder zu reden. Anlass ist das grosse Fusionsprojekt.

, 6. Oktober 2017 um 08:15
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Die Schlagzeile suggeriert, dass etwas unsauber sei. Unterm Titel «Die Genossin und ihr Privatspital» thematisiert die «Basler Zeitung», dass die kantonale Fraktionschefin der SP und die örtliche Hirslanden-Chefin ein und dieselbe Person ist: Beatriz Greuter vertritt die Sozialdemokraten im Stadtparlament, zugleich wurde sie im April zur Direktorin der Klinik Birshof ernannt.
Die Doppelrolle ist kein Geheimnis, sie war auch schon in den Medien thematisiert worden. Beatriz Greuter trat danach im Juni aus der Gesundheitskommission des Rates zurück – um allfällige Interessenskonflikte zu vermeiden.
Dass die BaZ nun darauf zurückkommt, hat mit der Antwort der Stadt-SP in der Vernehmlassung zur Spitalfusion zu tun. Die Sozialdemokraten äusserten sich sehr kritisch, und insbesondere monierten sie mit klaren Worten, dass das Projekt eine «defizitäre und unnötige» Tagesklinik am Standort Bruderholz vorsieht.

Es bleibt beim Gemurmel

Diese Ansicht steht in einem eher ungewohnten Einklang mit der Stellungnahme der Privatspitäler: Die witterten ebenfalls fatale Doppelspurigkeiten im Fusionsprojekt – «Bsp. Orthopädie». Nun liegt es nahe, dass die Privatspitäler es gerne sähen, wenn die neue Spitalgruppe nicht allzu eifrig dort Ambulant-Strukturen aufbaut, wo sie selber stark sind. Aber die SP?
Dies weckt offenbar da und dort den Verdacht, dass – etwas drastisch formuliert – die Hirslanden- und Fraktionschefin Beatriz Greuter nun die SP auf denselben Kurs gebracht haben könnte. Allerdings kann die (teils im Besitz von SVP-Vordenker befindliche) «Basler Zeitung» hier keine ganz harten Aussagen von politischen Gegnern vorlegen: Es bleibt beim Gemurmel.

«In keiner Art und Weise mitgearbeitet»

«Beatriz Greuter ist eine Führungsfigur sowie eine fundierte Kennerin des Projektes. Sie hat sicherlich ihre Meinung in die Vernehmlassung einfliessen lassen», lässt sich beispielsweise Basels CVP-Präsident Balz Herter zitieren. Der Basler FDP-Präsident Luca Urgese erachtet das «Korrektiv in der SP» als stark genug; dennoch sei «von Frau Greuter eine erhöhte Sensibilität beim Verhalten und bei Äusserungen angezeigt.» Und LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein sagt: «Wir waren überrascht, ja irritiert über die Vernehmlassungsantwort der SP.»
Die SP selber widerspricht jedenfalls mit grosser Deutlichkeit: Sie habe «in keiner Art und Weise mitgearbeitet» bei der SP-Stellungnahme, sagt Beatriz Greuter selber – «weder in der Vorbereitung der Vernehmlassung noch in den zugehörigen Sitzungen». Und SP-Präsident Pascal Pfister berichtet, dass überhaupt keine Spitalmitarbeiter mitwirkten bei der Stellungnahme.
Eigentlich eine klare Antwort. Dass man daran zweifelt, zeigt immerhin, wie verblüffend der Angriff der Stadt-Sozialdemokraten auf das Ambulatorium im Bruderholz gewirkt hat.
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