«Unter diesen sehr schwierigen Umständen sind wir mit dem Ergebnis knapp zufrieden.» So lautet die Bilanz von Hugo Keune, dem CEO des Kantonsspitals Graubünden (KSGR). Zwar stieg der Ertrag des Spitalbetriebs, doch der Aufwand nahm ebenfalls zu. Deshalb muss das KSGR nach vielen Jahren mit Gewinn einen – wenn auch geringen – Verlust von rund 340'000 hinnehmen.
Die Ebitda-Marge beträgt 5,3 Prozent; dies gegenüber 5,5 Prozent im Vorjahr und sogar 8 Prozent im 2023. Das Kantonsspital Graubünden behandelte 2024 in der gesamten Gruppe total 25'644 stationäre Patientinnen und Patienten. Das sind rund 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Ertrag aus den ambulanten Behandlungen stieg von 146 Millionen Franken auf rund 149 Millionen, was 2 Prozent mehr ist.
Mehr Patienten = mehr Verlust
Keune ist nur halb erfreut über diese Entwicklung: «Die Nachfrage nach unseren Leistungen hat nochmals zugenommen, was aber wegen der nicht kostendeckenden und schweizweit tiefsten Tarife nicht zu einem besseren Ergebnis führt. Im Gegenteil.»
Martin Schmid, Präsident der Stiftung Kantonsspital Graubünden, übt ebenfalls Kritik an der Schweizer Gesundheitspolitik: «Immer neue bürokratische Vorschriften, Reformen und Planungen treiben die Kosten in die Höhe – ohne Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten.»
Seitenhieb gegen regionale Versorgung
Er habe zwar Verständnis für die zunehmenden politischen Forderungen nach mehr Unterstützung für die regionale Versorgung, sagt Martin Schmid. Doch: «Es braucht auch Unterstützung für die spezialisierte Versorgung im Kanton, weil sonst die Zentrumsversorgung in Graubünden gefährdet ist.»
Letztlich geht es dem Kantonsspital aber den Umständen entsprechend doch sehr gut. Hugo Keune lässt sich folgendermassen zitieren: «Die Weiterempfehlungsrate ist herausragend, das freut uns sehr und zeigt, was für einen fantastischen Job unsere Mitarbeitenden in allen Berufsgruppen jeden Tag machen.»
Neubau im Zeitplan
Gute Nachrichten auch zur Bautätigkeit des Spitals: Der zweite Teil des Neubaus befindet sich im Zeitplan. Die Eröffnung ist vor der Wintersaison 2026/27 geplant. Bis Ende 2024 hat das KSGR gut 500 Millionen Franken investiert.
Zwei neue Lehrberufe
Das KSGR bietet zwei neue Lehrberufe an: die beiden Ausbildungen zu ICT-Fachpersonen und Medizinprodukttechnologinnen.