Luzerner Kantonsspital gründet Virtual-Care-Equipe

Das Team soll den LUKS-Patienten unter anderem eine elektronische 24-Stunden-Betreuung, Hospital@Home-Angebote und Tele-Konsultationen bieten.

, 5. Januar 2025 um 23:14
image
«Sie monitorisieren und überwachen unsere Patientinnen und Patienten in Echtzeit»: Inserat der LUKS-Gruppe.
Das Luzerner Kantonsspital hat die Stelle einer «Virtual Care Nurse» ausgeschrieben: «Sie arbeiten in unserer brandneuen Virtual Care Unit, die an der Spitze der digitalen Gesundheitsversorgung steht», heisst es in der Beschreibung dazu: «Die zu behandelnden Menschen werden virtuell rund um die Uhr betreut.» Und weiter: «Sie monitorisieren und überwachen unsere Patientinnen und Patienten in Echtzeit mittels modernster Remote Monitoring und Video-Technologie.»
Die neue Unit wird täglich rund um die Uhr arbeiten. Ab Februar sollen etwa fünf Virtual Nurses am Kantonsspital beginnen, sagte Michael Döring, Leiter Gruppenbereich Pflege und Soziales, gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Im Kern geht es bei der virtuellen Betreuung darum, dass wir Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Aufenthaltsort in Echtzeit rund um die Uhr medizinisch und pflegerisch betreuen können.» Dabei werden sämtliche Daten in das LUKS-Klinikinformationssystem Lukis einfliessen.
Wie Döring in der LZ weiter erläuterte, wird die Virtual Care Unit auf fünf Säulen aufgebaut:
  • Stationäres Remote Monitoring – also eine Echtzeitüberwachung im Spital.
  • Hospital@Home – eine spitalgleichwertige akutmedizinische Betreuung zu Hause.
  • Telehealth – virtuelle Konsultationen.
  • Wearables – der Einsatz von Technologien beziehungsweise medizinischen Sensoren, die chronisch kranke Patienten überwachen.
  • Health Monitoring – also proaktive Überwachung und Prävention mithilfe von KI und smarten Geräten.
Und so werden als Aufgaben der LUKS-Virtual Care Nurses etwa «On-Demand Videokonsultationen … zur Unterstützung und Beratung von Bedside Nurses im gesamten Behandlungs- und Pflegeprozess» genannt, ferner das «Analysieren der gesammelten Daten zur Unterstützung klinischer Entscheidungen und Optimierung der Patientenversorgung in Zusammenarbeit mit dem Arztdienst der jeweiligen Fachdisziplinen.» Von Vorteil seien Pflege-Erfahrungen insbesondere in Kardiologie, Allgemeiner Innerer Medizin und Neurologie.
Vorbilder für die Virtual Care Unit seien das Mercy Virtual Care Center in den USA und die Universitätsklinik Cambridge in Grossbritannien, so Michael Döring in der LZ.

  • LUKS
  • hospital at home
  • Telemedizin
  • digitalisierung
  • trends
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Kinderarzt warnt vor Schliessung der Geburtshilfe in Wolhusen

Ein Luzerner Kinderarzt und SVP-Politiker sorgt sich um die Zukunft der Geburtsabteilung am Spital Wolhusen – und hat eine Motion eingereicht.

image

LUKS Luzern: Lohnerhöhung über der Teuerung

Kompromiss in der Lohnrunde: Insgesamt steigt die Vergütungssumme im nächsten Jahr um 1,1 Prozent.

image

Neustart nach Denkpause: Das Spital Nidwalden wagt den grossen Wurf

Statt eines Ergänzungsbaus soll nun ein kompletter Neubau entstehen.

image

Darum haben Dermatologie-Kliniken so grossen Erfolg

Die Zahl der dermatologischen Kliniken wächst schnell. Die Gründe für den Erfolg von Skinmed, Delc, Dermis und DKZ.

image

Digital statt analog: Bund ebnet Weg für Therapie-Apps auf Rezept

Ab Juli 2026 vergüten die Krankenkassen erstmals digitale Anwendungen. Konkret geht es um Apps zur Verhaltenstherapie bei Depressionen. Doch damit stellen sich viele neue Fragen.

image

Telemed statt Praxis: Sanacare und Medgate arbeiten enger zusammen

Bei Termin-Engpässen greifen die Sanacare-Gruppenpraxen bald landesweit auf Medgate zurück: Die Sanacare-MPAs leiten gewisse Patienten direkt an die Telemediziner weiter.

Vom gleichen Autor

image

Psychotherapie: Mindcare eröffnet Standort in Zürich

Nach dem Start in Winterthur plant Mindcare die nächste Praxis. Sie bietet Psychotherapie – mit einem Konzept, bei dem die Therapeuten weitestgehend von Administration und Organisation entlastet werden.

image

Palliative Versorgung für Kinder: Neues Angebot im Kanton Zürich

In diesen Tagen wird das Kinderhospiz «Flamingo» in Fällanden eröffnet. Es ist erst das zweite in der Schweiz. Kinderhospize sind mangels gesetzlicher Tarife stark auf Spenden angewiesen.

image

Heldenhaft: 7 starke Filme für die Pflege

Aufwändige Videoclips wollen in aller Welt für den Pflegeberuf motivieren, begeistern und Bindung schaffen. Ein Streifzug zwischen Inspiration, Realität und gesellschaftlicher Relevanz.