KSB und ETH rücken noch enger zusammen

Das Kantonsspital Baden und die ETH Zürich haben ihre Zusammenarbeit um weitere acht Jahre verlängert.

, 17. Juli 2025 um 03:01
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Seit 2017 haben über 800 ETH-Medizinstudierende den einwöchigen Einführungskurs am KSB absolviert. Bild: zvg
Die Partnserschaft de Kantonsspitals Baden mit der ETH Zürich wird um acht Jahre bis 2033 verlängert. Seit Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2017 haben beide Institutionen über 20 Forschungsprojekte gemeinsam realisiert – vom Einsatz medizinischer Technologien bis hin zu klinischen Studien.
Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist der Ultraschall-Hub im KSB-Partnerhaus II. Eröffnet im Mai 2025, dient er als Ausbildungszentrum für ETH-Bachelorstudierende der Humanmedizin und bietet auch Weiterbildungen für die Ärzteschaft. Ausgestattet mit vier modernen Geräten, wird hier der Übergang von theoretischer Ausbildung und klinischer Praxis umgesetzt. Rahel Kubik, Direktorin des Medizinischen Dienstes am KSB, und Jörg Goldhahn von der ETH sind in dieser Umsetzung federführend.
Eine zentrale Rolle spielt auch Irene Burger, Chefärztin der Nuklearmedizin am KSB, die gleichzeitig als «Professor of Practice» an der ETH tätig ist. Ihre Rolle beschreibt sie so: «Es gilt, die direkte Zusammenarbeit im Bereich der klinischen Forschung weiter zu vertiefen, als Anlaufstelle für beide Seiten zu agieren – die richtigen Köpfe kennen und zusammenbringen – und in der Lehre an der ETH tätig zu sein.»

Digitalisierung und Datenvernetzung

Im Bereich der Digitalisierung und Datenvernetzung arbeiten KSB und ETH an einer cloudbasierten Plattform, die klinische Daten speichert, analysiert und für KI-gestützte Entscheidungshilfen nutzt. Diese Initiative soll nicht nur Fortschritte in der Forschung ermöglichen, sondern unterstützt auch den interoperablen Austausch von Gesundheitsdaten nach nationalen Standards.
«Wir haben in den vergangenen Jahren die infrastrukturellen und technologischen Voraussetzungen geschaffen, um mit klinischen Daten effektiv arbeiten zu können», erklärt Jörg Goldhahn. «Nun liegt unser Fokus auf der Translation. Unser Ziel ist es nicht nur, wissenschaftliche Publikationen zu verfassen, die in akademischen Kreisen gelesen werden. Vielmehr wollen wir daraus konkrete technologische und therapeutische Lösungen entwickeln.»

Integration von Start-ups

Ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit ist die Integration von Start-ups – beispielsweise Scanvio Medical, das mit dem KSB eine KI-gestützte Ultraschalldiagnostik zur Endometriose-Erkennung entwickelt.
Seit 2017 haben zudem mehr als 800 ETH-Medizinstudierende den einwöchigen Einführungskurs am KSB absolviert, der praxisnahe Einblicke in die Patientenversorgung verschafft.
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