Inselkonflikt: So äussert sich der Gesundheitsdirektor

Das nächste grosse Projekt sei es, die Stimmung am Inselspital zu verbessern, sagt der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg.

, 29. April 2024 um 06:09
image
Pierre Alain Schnegg
Die Kritik der Insel-Belegschaft an der Spitalleitung reisst nicht ab. Nachdem Ende März 42 Klinikdirektoren und Chefärzte die Zustände am Inselspital öffentlich kritisierten, äusserte sich vorletzte Woche auch die Berner Kantonssektion des Assistenz- und Oberärzte-Verbands VSAO sowie der Pflegeverband SBK zum Konflikt. Es sei naheliegend, dass auch Pflegepersonal betroffen sei, sagte etwa Manuela Kocher, Präsidentin SBK Sektion Bern. Von entsprechenden Meldungen habe man Kenntnis.
Nun räumt der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg in einem Interview mit der «Berner Zeitung» ein: Im Zuge der Neugorganisation der Insel seien die Mitarbeitenden 'etwas vergessen gegangen'. Die Reformen hätten die Leitung beansprucht, ihr Fokus sei stark auf die Projekte ausgerichtet, vielleicht etwas zu stark.
«Das Bauprogramm ist fast beendet, ein neues IT-System ist in Betrieb, Fixlöhne sind eingeführt, und die Medizinbereiche sind neu organisiert. Solche Projekte setzen das Personal sehr stark unter Druck, denn daneben läuft die eigentliche Arbeit weiter», so Schnegg.
Die Kritik der Belegschaft sei ernst zu nehmen. Schnegg: «Es braucht eine gute interne Stimmung, das wird nun das nächste grosse Projekt sein». Zugleich müssten in gewissen Entscheidungsphasen Mitarbeitende stärker involviert werden.
Die Rücktrittsforderungen an Direktionspräsident Uwe E. Jocham und Verwaltungsratspräsident Bernhard Pulver kommentierte er hingegen ausweichend: «Der Regierungsrat setzt den Verwaltungsratspräsidenten ein. Im Moment haben wir den richtigen, wir haben Vertrauen in Bernhard Pulver. Für die Geschäftsleitung ist der Verwaltungsrat zuständig. Dass die Insel-Führung die Transformationsprojekte durchgeführt hat – insbesondere jene zu den Medizinbereichen und Fixlöhnen, die das Personal stärker betroffen haben –, halte ich für richtig, auch wenn ich verstehen kann, dass manche Mühe mit den Änderungen haben».
  • Inselspital
  • gesundheitspolitik
  • politik
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Nun lässt der Bund das Kostenwachstum bei den Krankenkassen-Leistungen überwachen

In einem Monat beginnt die Kommission für das Kosten- und Qualitätsmonitoring EKKQ, die Preisentwicklung im Gesundheitswesen zu beobachten.

image

Beschwerde gegen das SIWF: Der medizinische Nachwuchs verliert die Geduld

Eine Gruppe von Nachwuchsmedizinern geht vor das Bundesverwaltungsgericht: wegen «ungerechtfertigter Verzögerung» bei der Vergabe von Facharzttiteln.

image

Für Apotheken wird der Verkauf von Medikamenten der Kategorie B einfacher

Die Apotheken sollen nicht unter der Umteilung der Arzneimittel-Kategorien leiden. Der Bundesrat erleichtert ihnen deshalb die obligatorische Dokumentation.

image

Insel-Neurochirurgen übernehmen Praxis

Claudio Pollo und Andreas Nowacki vom Inselspital Bern haben die neurochirurgische Praxis von Adrian Merlo übernommen.

image

Insel-Kinderklinik und Medgate eröffnen Kindernotfall-Telefon für Bern

Die Kids-Line von Medgate gibt es nun auch im Kanton Bern. Die Notfall-Hotline soll die Kinderklinik entlasten.

image

Suva soll Asbestopfer-Fonds mitfinanzieren

Die Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer (EFA) hat zu wenig Geld. Nun könnte es Unterstützung von der Suva geben.

Vom gleichen Autor

image

Patrick Bader wird Chefarzt am Kantonsspital Glarus

Ab Oktober 2026 übernimmt Patrick Bader die Leitung der Medizinischen Klinik und des Departements Medizin am Kantonsspital Glarus. Er folgt auf Thomas Brack, der nach über 20 Jahren am KSGL in den Ruhestand tritt.

image

Schweiz lockert Regeln für Blutspender

Ab Anfang Februar dürfen in der Schweiz wieder mehr Menschen Blut spenden – darunter Personen mit früheren Transfusionen, längeren Aufenthalten in Grossbritannien oder nach bestimmten medizinischen Eingriffen.

image

PDAG: Weniger Fremdpersonal, höhere Patientensicherheit

Seit einem Jahr können Mitarbeitende der Psychiatrischen Diensten Aargau ihre Dienste flexibel gestalten – die Kosten für externe Fachkräfte sinken seither, CIRS-Meldungen gehen zurück.