Insel Gruppe: Personalverbände äussern Protest

Der geplante Abbau von 120 Stellen werde die Probleme eher verschärfen als lösen, schreiben SBK, VSAO und VPOD. Sie starten jetzt eine Petition.

, 20. September 2024 um 12:36
image
Inselspital: Im Inneren des Bettenhochhauses  |  Bild: PD Insel Gruppe
Die Berner Sektionen von SBK, VPOD und VSAO befürchten, dass der geplante Stellenabbau bei der Insel Gruppe die Probleme eher verschärfen als lösen wird. In einem gemeinsamen Communiqué schreiben sie: «Aufgrund der bereits sehr angespannten Personalsituation im Gesundheitswesen wird ein Stellenabbau unweigerlich auch zu einer Angebotsreduktion führen, was wiederum die Arbeitsplatzattraktivität senkt.»
Der Arbeitsinhalt werde sich weiter verdichten und das Personal dadurch noch stärker belastet.
Der Berner Spitalkonzern hatte am Donnerstag einen Abbau im Bereich von 120 angekündigt und ein Konsultationsverfahren begonnen. Im Hintergrund stehen erstens tiefrote Zahlen und daraus abgeleitet das Ziel, die Personalkosten bis Mitte 2025 um 5 Prozent zu senken. Die Analyse habe gezeigt, dass dieses Ziel «nicht nur über einen Abbau von Temporärpersonal und die Fluktuation erreicht werden kann», teilte die Insel-Leitung mit.

Nicht sparen bei Ausbildung

SBK, VPOD und VSAO bedauern, dass dass der Verwaltungrat keinen anderen Weg finde: «In Zeiten von grossen Umstrukturierung sehen wir einen Personalabbau sehr kritisch, zumal die Insel Gruppe beabsichtigt, inskünftig mehr Patient:innen zur versorgen».
Die angekündigten Sparmassnahmen würden beim Personal viel Unsicherheit auslösen und auf Unverständnis stossen.
Wichtig sei, dass bei den Aus- und Weiterbildungsstellen nicht abgebaut werde. Und ganz konkret fordern die Personalverbände, dass Kündigungen vermieden, Härtefälle verhindert und relevante Stellen weiter besetzt werden; und dass Aus- und Weiterbildungsstellen im bisherigen Umfang weitergeführt und erhalten bleiben.
Dazu wollen sie demnächst eine entsprechende Online-Petition starten.
  • spital
  • Insel Gruppe
  • Inselspital
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Stimme erkennt Unterzuckerung – Handys könnten bald beim Diabetes-Management helfen

Die menschliche Stimme verrät frühe Anzeichen einer Hypoglykämie. Das zeigen Forschende aus Bern – und erklären, wie Smartphones das Diabetesmanagement sicherer und einfacher machen könnten.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Insel-Neurochirurgen übernehmen Praxis

Claudio Pollo und Andreas Nowacki vom Inselspital Bern haben die neurochirurgische Praxis von Adrian Merlo übernommen.

image

Insel-Kinderklinik und Medgate eröffnen Kindernotfall-Telefon für Bern

Die Kids-Line von Medgate gibt es nun auch im Kanton Bern. Die Notfall-Hotline soll die Kinderklinik entlasten.

image

Insel Gruppe: Der Führungswechsel ist vollzogen

Die Insel Gruppe hat einen neuen Verwaltungsratspräsidenten: Adrian Schmitter übernimmt das Amt von Bernhard Pulver. Im Interview mit der «Berner Zeitung» zieht der scheidende Präsident Bilanz.

image

Thun, Interlaken, Bern: Gemeinsame Gefässchirurgie für das Berner Oberland

«Gefässchirurgie Berner Oberland»: Ab nächster Woche kooperieren die Spitalgruppen STS, Fmi und Insel in der operativen Gefässmedizin.

Vom gleichen Autor

image

Spital Affoltern rechnet mit solidem Gewinn 2025

Nach dem Spitalzentrum Biel signalisiert auch das Spital Affoltern eine Trendwende: Die Leitung kündigt einen Jahresgewinn von rund 1,5 Millionen Franken an.

image

Kostenloser Sicherheitscheck für Arztpraxen

Die IT-Systeme grosser Spitäler erwiesen sich in einem Schweizer Test als überraschend angreifbar. Jetzt nimmt das Nationale Testinstitut für Cybersicherheit die Praxis-Informationssysteme ins Visier. Es sucht dafür Arztpraxen.

image

Affidea expandiert weiter – Übernahme einer Laborgruppe

Der Gesundheitskonzern kauft die Mehrheit von LabPoint – und plant dabei auch eine strategische Partnerschaft mit der Lindenhofgruppe.