Der Zeitpunkt des ersten Interviews von Florian Aschbrenner in der Samstagsausgabe der
Luzerner Zeitung ist nicht zufällig. Nach mehreren undurchsichtigen Abgängen in der Geschäftsleitung – darunter jener der Chief Medical Officer Katrin Hoffmann – machte sich in der Belegschaft Unmut breit.
Die Kritik richtete sich auch gegen den deutschstämmigen CEO Florian Aschbrenner. «Seit dem Führungswechsel herrsche im Unternehmen viel Unruhe und tiefe Verunsicherung», schrieb die Luzerner Zeitung am 17. Januar 2026. «Die Stimmung ist fürchterlich.»
Chefärzte widersprechen
Nur vier Tage später meldeten sich in
Leserbriefen zwei Chefärzte zu Wort: Naturgemäss bestehe nach dem Führungswechsel eine gewisse Verunsicherung. «Dass aber die Stimmung fürchterlich sei, kann ich in keiner Weise nachvollziehen», schrieb Klinikleiter und Chefarzt Stephan Bohlhalter.
Oliver Fuchs, Chefarzt Allergologie, doppelte nach: «Weder für mich noch für mein gesamtes Umfeld ist die Stimmung fürchterlich. Im Gegenteil – ich erlebe das Luzerner Kantonsspital als offenen, transparent agierenden und wertschätzenden Arbeitgeber, ganz im Gegensatz zu einer Reihe von Spitälern, in denen ich vorher tätig war.»
«Keineswegs kaltlässt»
Und was sagt nun der angeschossene CEO: «Zuerst möchte ich sagen, dass mich die Kritik keineswegs kaltlässt und ich sie sehr ernst nehme», erklärt Aschbrenner im Interview. Die im Artikel beschriebene Atmosphäre nehme er jedoch nicht so wahr.
Zur Kritik, er habe ein ausgeprägtes Talent zur Selbstdarstellung, sagt der CEO: «Sie hat mich natürlich beschäftigt.» Er versuche, die Vorwürfe sachlich zu analysieren und sich zu fragen, was an der Kritik dran sei und warum ein solches Gefühl entstehen könne.
Es ist die Kommunikation
Sein Fazit: «Die bisherige Kommunikation reicht offenbar nicht aus. Es ist enorm wichtig, die Mitarbeitenden noch besser abzuholen.» Zwar habe man bereits viel unternommen, wolle nun aber noch intensiver und regelmässiger über den Transformationsprozess informieren.
Wie die Luzerner Zeitung zudem im Vorspann des Interviews schreibt, gerät der 43-jährige Florian Aschbrenner beim Rückblick auf die vergangenen zehn Monate ins Schwärmen. Die Zeit sei «superpositiv» gewesen und «wie im Flug vergangen». Man habe ihn «extrem herzlich und offen aufgenommen».