Pflegelotsen: Stadt Zug testet neues Modell

Manchmal braucht es rasch pflegerische Hilfe. Hier setzt ein Pilotprojekt in Zug an: Spezielle «Pflegelotsen» koordinieren Unterstützung und entlasten Betroffene wie Institutionen.

, 22. Februar 2026 um 23:51
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Bild: Peter Wormstetter / Unsplash
Was tun in einem medizinischen Notfall? Da sind die Abläufe zumeist klar. Aber was tun in einem Pflegenotfall? Fragen Sie den Pflegelotsen.
Dies soll jedenfalls in der Stadt Zug bald möglich sein. Im März startet ein Projekt, bei dem die Spitex Kanton Zug, das Zuger Kantonsspital und die Alterszentren Zug den Menschen in einem Pflegenotfall durch die Abläufe helfen.
Die Rolle der Pflegelotsen übernehmen Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten des Kantonsspitals und der Spitex. Sie arbeiten mit diversen Akteuren zusammen – Spital, Spitex, Hausärzte, weiteren Institutionen – welche ihnen Menschen zuweisen, die in einem Pflegenotfall individuelle Unterstützung und Organisation benötigen.

Institutionenübergreifend

Zugleich werden zwei Pflegenotfallbetten im Alterszentrum Neustadt bereitgestellt, wo Personen bei akutem Unterstützungsbedarf temporär aufgenommen werden können. Dann organisieren die beteiligten Institutionen die Anschlussversorgung.
Es geht also auch stark darum, die Versorgung über die verschiedenen Institutionen hinweg nahtlos zu koordinieren.
Man reagiere mit den Pflegelotsen «auf die wachsende Herausforderung, akute pflegerische oder soziale Unterversorgung bei älteren Menschen schnell und professionell zu bewältigen – sofern keine medizinische Notfallbehandlung nötig ist», erklärt die Stadt dazu. Ein Ziel ist dabei auch die Entlastung der Leistungserbringer.
Die Pilotphase läuft bis 2028 und wird wissenschaftlich durch die Universität Luzern begleitet. Die Erkenntnisse dienen dann als Grundlage für eine mögliche Integration des Modells in die regionale Gesundheitsversorgung.
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