Das KSBL baut rund 70 Stellen ab – Inselspital könnte 120 Stellen streichen

Während das Personal in Bern per Mail über die geplanten Kündigungen informiert wurde, findet am Kantonsspital Baselland ein inoffizieller Personalabbau statt.

, 19. September 2024 um 13:13
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Bild: Medinside (KI-generiert/Midjourney)
Das Inselspital hat im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 113 Millionen Franken gemacht, im ersten Halbjahr 2024 waren es 69 Millionen. Das Kantonsspital Baselland lag 2023 mit 25 Millionen Franken im Minus.
Beide Spitäler verzeichneten sinkende Patientenzahlen – und beide Spitäler bauen nun Stellen ab. Wobei das Kantonsspital Baselland dies bereits im grösseren Stil gemacht hat, ohne dass die Mitarbeitenden offiziell informiert worden sind. Dies meldet die «Basellandschaftliche Zeitung».
Beim Inselspital wiederum kündigte die Spitalleitung den Angestellten den geplanten Stellenabbau gestern per Mail an. Darin heisst es, dass die Reduktion der Personalkosten um fünf Prozent bis Ende Juni 2025 eine der «zentralen notwendigen Massnahmen» des Sanierungsprogrammes sei. Das Ziel könne nicht ausschliesslich über die Fluktuation erreicht werden.
Deshalb gehe man davon aus, dass es zu 120 «strukturellen Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen» kommen könnte. Heute soll das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren eröffnet werden.

KSBL: Kritik an fehlender Kommununikation

Am Kantonsspital Baselland spricht man von 70 Stellen, die im laufenden Jahr gestrichen werden und befürchtet, dass ein noch grösserer Abbau folgen dürfte.
Gegenüber der «bz» berichteten Mitarbeitende von einem schleichenden Personalabbau, wobei es seitens der Geschäftsleitung keine offiziellen Informationen dazu gegeben habe.
Auf Nachfrage der Zeitung sagte KSBL-Sprecherin Anita Kuoni: «Wir erwarten, dass der Bestand Ende Jahr um zirka 70 Vollzeitstellen tiefer liegen wird als Ende 2023». Das sei vorallem bedingt durch die Schliessung der Augenklinik, der Klinik für Schmerztherapie sowie der Verlagerung des Instituts für Pathologie an das Universitätsspital Basel.
Obwohl es laut KSBL keine Entlassungen gab – sondern der Abbau durch natürliche Fluktuation und Umstrukturierungen erfolgte –, sehen die Angestellten die Situation kritisch. Sie berichten von einer steigenden Arbeitsbelastung und sinkender Versorgungsqualität.
Die Gewerkschaft VPOD übt Kritik an der mangelnden Kommunikation der KSBL-Führung und fordert, das Personal und die Öffentlichkeit besser zu informieren – besonders da das Spital durch öffentliche Gelder finanziert wird.
«Es ist stossend, wenn ein solcher Stellenabbau verdeckt, ja fast schon heimlich erfolgt», wird VPOD-Sekretär Joël Lier zitiert .
Seit 2012 ist jede zehnte Stelle am KSBL weggefallen. Per Ende Juli lag der Personalbestand bei 2633 Vollzeitstellen (FTE), 81 weniger als Ende 2023.
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