Chirurgie: Der Operationskatalog wird Fernsehthema

Junge Chirurginnen und Chirurgen kommen im Operationssaal zu selten selbst zum Zug: Nun thematisiert die SRF-Sendung «Kassensturz» das Problem.

, 17. September 2025 um 08:04
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Daniel Frey bei einer Schilddrüsen-Operation im «Kassensturz»-Beitrag  |  Screenshot
«Ich bezweifle, dass alle Fachärzte selbstständig Operationen machen können.» — «Operieren lernt man als Oberärztin.» Solche Aussagen hörten die Zuschauer am Dienstag im «Kassensturz». Die reichweitenstarke SRF-Sendung widmete sich dem chirurgischen Nachwuchs – beziehungsweise dem Problem, dass junge Chirurginnen und Chirurgen bis zum Facharzttitel zuwenig Erfahrung sammeln können.
Es ist in der Branche ja ein Dauerthema: Die Assistenten müssen einerseits zu viel Schreibarbeit leisten – andererseits gibt es in kleineren Fällen vielfach zuwenige Fälle, um alle Anforderungen des Operationskatalogs zu erfüllen.
Also erscheint man als Operateur bei Eingriffen, wo man wenig mehr geleistet hat als eine Klammer zu halten.
Die Operationskataloge wurden in den letzten Jahren «eher ein bisschen verwässert»: So formuliert es Viszeralchirurg Daniel Frey, ehemals Präsident der Zürcher Chirurgengesellschaft und Leiter des Adipositas-Zentrums am KSB, in der «Kassensturz»-Reportage.
Doch eine weitere Schmälerung des Katalogs sei nicht die Lösung, sagte denn auch Rebecca Kraus, Stv. Chefärztin Chirurgie am Kantonsspital Graubünden: «Man muss die Assistentinnen und Assistenten auf der Station entlasten – mit Stationssekretärinnen, mit Practical Physicians…»

«Alarm in der Chirurgie»: SRF «Kassensturz», 16. September 2025. Dauer: 18 Minuten.


  • Viszeralchirurgie: Nachwuchs gesichert, Erfahrung gefährdet. Bis 2040 dürfte die Zahl der Viszeralchirurgen in der Schweiz solide steigen. Doch sinkende Fallzahlen und neue Arbeitsmodelle erschweren die Versorgung.

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