Wie vergangenen Mittwoch bekannt wurde, kostet das Klinikinformationssystem Epic die Insel Gruppe rund 183 Millionen Franken, hinzu kommen bis 2032 weitere 45 Millionen Franken Betriebskosten.
Ein Blick nach Berlin zeigt, in welchen Dimensionen sich KIS-Einführungen international bewegen – und wie politisch ihre Finanzierung geworden ist: Die Berliner Charité darf nach einer Änderung des Universitätsmedizingesetzes bis 2035 Kredite und Sonderfinanzierungen von insgesamt bis zu 400 Millionen Euro aufnehmen.
Ein wesentlicher Teil davon ist für das neue Epic-System vorgesehen, dessen Investitionskosten das Universitätsspital auf rund 200 Millionen Euro beziffert, wie das deutsche Krankenhausportal
«kma online» berichtet. Die Charité hatte sich nach einem langen Vergabeverfahren im Dezember 2025 für das Angebot des amerikanischen Anbieters entschieden.
Bislang durfte die landeseigene Universitätsklinik gemäss Berliner Hochschulgesetz nur Investitionen von maximal 20 Millionen Euro tätigen.
Finanzpolitisch
Der Schritt ist auch finanzpolitisch begründet: Berlin steht unter hohem Schuldendruck und will neue direkte Ausgaben aus dem Staatshaushalt vermeiden. Die Charité muss die aufgenommenen Mittel deshalb selbst erwirtschaften – die Wirtschaftlichkeit der Investition ist gesetzlich vorgeschrieben.
Charité in den roten Zahlen
- 2024 hatte die Charité mit einem Defizit von 87,4 Millionen Euro abgeschlossen. Für 2025 soll das Defizit laut «Tagesspiegel» bei rund 70 Millionen Euro liegen, die offizielle Bilanz steht noch aus.
- Heyo K. Kroemer ist seit September 2019 CEO der Charité