Wie Corinna Corona versucht, ihre Impfung zu spenden

Die Pandemie ist eine ernste Sache. Aber muss man sich deswegen so gehässig streiten? Die Viren-Satirikerin Corinna Corona fragt lieber nach, ob sie ihre Impfung spenden könne.

, 13. Oktober 2021, 07:50
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Corinna Corona macht sich ihre Gedanken zum Impfen und zum Spenden. Und sie stellt sich vor, wie ihre Anfrage an die Schweizer Regierung ablaufen könnte. Sie würde einen Brief schreiben:
Sehr geehrtes Bundesamt für Gesundheit (BAG), Ich bin keine Impfgegnerin, aber ich möchte meine beiden Corona-Impfungen gerne spenden. Geht das? Viele Grüsse Corinna Corona.
Das BAG würde zurückschreiben: Sehr geehrte Frau Corona, über solche Fragen kann das Bundesamt für Gesundheit leider nicht entscheiden. Wir bitten Sie, sich an den Bundesrat für Gesundheit (BAG) Alain Berset zu wenden.
Sie würde dann wohl Herrn Berset schreiben: Sehr geehrter Herr Bundesrat für Gesundheit, Ich habe schon das Bundesamt gefragt, ob ich meine beiden Corona-Impfungen nicht spenden könnte an jemanden, der sie dringender braucht als ich. Wissen Sie, ich bin gesund und habe gar kein Corona.
Am nächsten Tag würde bei ihr zuhause das Telefon läuten. Am Apparat: Herr Berset. «Guten Tag Frau Corona, es freut mich zu hören, dass Sie gesund sein. Aber genau deshalb brauchen Sie die Impfung: Damit Sie uns ja nicht etwa krank werden. Wäre ja schade, gell, Frau Corona?»
Nach der ersten Verdatterung würde sich Corinna Corona dem Anrufer anvertrauen: «Aber Herr Berset, ich habe Angst. Man hört ja, dass Bill Gates mit der Impfung die Menschheit auf eine halbe Milliarde reduzieren will.»
Herr Berset würde versuchen, sie zu beruhigen: «Liebe Frau Corona, Sie müssen keine Angst haben. Der Bundesrat schaut schon, dass Bill Gates nichts Böses mit uns Schweizern macht. Aber noch eine andere Frage, Frau Corona: Wem genau möchten Sie denn Ihre Impfung spenden?»
«Wenn ich das gerade so entscheiden darf: Am liebsten einer armen Familie im Ausland.» Sogleich erwidert Herr Berset: «Liebe Frau Corona, wissen Sie denn nicht, dass die Schweiz schon vier Millionen Dosen Impfstoff an arme Länder gespendet hat.»
«Das weiss ich, Herr Berset, aber das war Astra-Zeneca-Zeugs. Das ist bei uns ja gar nicht zugelassen, weil es zu wenig nützt. Deshalb wären sie in den armen Ländern vielleicht froh um meine Moderna-Dosis. Aber gut. Dann spende ich meine Impfung halt jemandem in der Schweiz. Zum Beispiel einem dieser armen Menschen, die in so langen Schlangen und oft bei Kälte und Regen vor den Testzentren anstehen müssen.»
«Frau Corona, die stehen ja an, weil sie um keinen Preis eine Impfung wollen», gibt Herr Berset zu bedenken. «Ach so, ja. Aber ich habe einen anderen Vorschlag: Wir müssen ja jetzt dann auch Organe spenden, wenn wir nicht ausdrücklich dagegen sind. Kann ich meine Organ- vielleicht in eine Impfspende umwandeln? So im Sinn von: Statt einer alten Leber lieber eine moderne Moderna-Impfdosis?»
«Nein, Frau Corona, die Schweiz lässt sich nicht auf solche dubiosen Impfspende-Deals ein. Ich mache Ihnen aber nun ein letztes Angebot: Sie gehen nun gleich ins nächste Impfzentrum und lassen sich impfen, und Sie erhalten 50 Franken bar auf die Hand. Deal or no deal?»

Corinna Coronas Beiträge

Corinna Corona will nicht immer zu allem etwas zu sagen haben - schon gar nicht zu Corona. Deshalb schreibt sie auch keine regelmässige Kolumne. Aber vermutlich gibt es in einer Woche wieder einen Beitrag.
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