Wer öffentliche Gelder will, soll GAV haben

Im Gesundheitswesen sollen staatliche Aufträge und Subventionen enger an die Arbeitsbedingungen gekoppelt werden. Dies fordert die Gewerkschaft Syna.

, 27. September 2017, 07:43
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«Schleichend werden immer mehr Spitäler und Alters- und Pflegeheime privatisiert», schreibt die Gewerkschaft Syna am Beginn ihrer Erklärung. Und hierbei will man nun proaktiv werden. Denn das Gefühl, dass diese Entwicklung eine Verschiebung hin zu den oberen Löhnen nach sich zieht, bestätige sich bei genauerer Betrachtung: «Nebst dem Verwaltungsrat, den es nun auch zu entlohnen gilt, werden die obersten Löhne angehoben und die unteren stagnieren.»
Eine Schlussfolgerung der Syna: Künftig soll die Politik öffentliche Gelder nur noch an Gesundheits-Institutionen vergeben, welche einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) haben und welche die Rechte der Arbeitnehmenden einhalten.

Gesundheitsversorgung als Service Public

Diese Forderung wurde letzte Woche an der Branchenkonferenz Gesundheit formuliert. Die Schweizer Politik müsse «die qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung als Aufgabe des Service public verteidigen».
Speziell im Visier der Gewerkschaften steht dabei der Spitex-Bereich: Hier «tummeln sich Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftsmodellen», so die Syna. Aber ganz grundsätzlich beunruhigend sei, dass immer weniger Entscheidungsträger den Wandel des Gesundheitswesens als Herausforderung betrachten, die es sozialpartnerschaftlich zu meistern gilt. 
Zu den wichtigen Aufgaben, welche die Politik in diesem Feld angehen soll, gehört für die Syna auch die steigenden Flexibilitäts-Anforderungen. Die Forderung daraus: Flexible Einsätze der Mitarbeitenden müssen mit einer Zulage entschädigt werden. Zudem benötigten die Betriebe des Gesundheitswesens flexible Altersrücktrittsmodelle, «die finanzierbar sind und eine echte, individuelle Wahlmöglichkeit bieten.»
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