Pflegefachkräfte werden zu Superheldinnen

Der weltbekannte Künstler Banksy hat eine Hommage ans Pflegepersonal gemalt.

, 8. Mai 2020, 07:34
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Als Strassenkünstler hat es Banksy, dessen Identität offiziell nicht bekannt ist, zu Weltruhm gebracht. Seine gesprayte Darstellung eines Mädchens, das einen Ballon in Herzform loslässt, ist ebenso zu einer Popart-Ikone geworden, wie der Demonstrant, der statt eines Molotow-Cocktails einen Blumenstrauss wirft. Nun hat sich Banksy, der in seinen Bildern immer wieder politische Botschaften unterbringt, eine Hommage an die Pflegefachleute gemalt. Und macht sie dabei aufgrund ihres grossen Einsatzes zu Superhelden. Batman und Spiderman müssen für einmal in der Spielzeugkiste bleiben.
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Normalerweise sprayt der Künstler seine Bilder mit Spraydose und Schablone auf Wände. Sein neustes Werk entstand auf Papier. Präsentiert hat es der Künstler im General Hospital in Southampton - zur grossen Freude der dortigen Angestellten.

49 Tote Spitalangestellte

Auch in der Schweiz leisten die Pflegefachpersonen Überdurchschnittliches. In Grossbritannien, der Heimat Banksys, ist ihre Situation gar eine tragische. Die rechte Regierung des konservativen Premierministers Boris Johnson hatte die Gefahr des Coronavirus lange negiert und wollte auf eine Durchseuchung setzen. Statt in Coronamassnahmen zu investieren, kaufte die Regierung Landreserven - für zusätzliche Friedhöfe. Erst als die Zahlen der Coronainfizierten stark anstieg, schwenkte die Regierung um. Seither gelten auch auf der britischen Insel Coronamassnahmen.
Das späte Handeln hat einschneidende Folgen. Die Zahl der Coronatoten ist überdurchschnittlich hoch. Und unter den Opern sind bisher auch mindestens 49 Mitarbeitende aus den staatlichen Spitälern, die seit Jahren unter massiven Spardruck stehen. Sie gelten als Helden - und als Opfer einer verfehlten Politik.
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