Warum Ärzte vor Online-Shopping warnen sollten

Einkaufen im Internet ist ein gesundheitlicher Risikofaktor. So sieht es zumindest Dame Sally Davies, die oberste Medizinerin Grossbritanniens.

, 11. August 2016, 10:04
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Online-Shopping birgt gesundheitliche Risiken, da es Bewegungsmangel fördert. Zu diesem Schluss kommt Dame Sally Davies, Chief Medical Officer für Grossbritannien
Der Medizinprofessorin zufolge ersetzen Online-Käufe den Weg zum Supermarkt, obwohl das Tragen der schweren Einkaufstaschen zur alltäglichen Fitness beiträgt. Dies sagte sie vor kurzem der britischen Zeitung «The Telegraph»

Gesundheitskosten senken 

Sally Davies fordert die Leute auf, in den Supermarkt zu gehen und die Einkäufe nach Hause zu tragen statt Lieferungen ins Haus schleppen zu lassen. 
Aktuellen Studien zufolge hebt in Grossbritannien nur ein Viertel der Frauen und ein Drittel der Männer wöchentlich genug, um Muskelschwund entgegenzuwirken. Die Regierung empfiehlt zweimal pro Woche 20-minütige Übungen zur Stärkung der Muskulatur. Dies könnte mit schweren Einkäufen erledigt werden.

Hälfte kauft bereits online ein

Das Online-Shopping, bei dem Produkte nur einen Knopfdruck entfernt sind, erfreut sich mittlerweile einer doppelt so grossen Beliebtheit wie vor fünf Jahren – Tendenz weiter steigend. Über 50 Prozent der Briten tätigen ihre Supermarkteinkäufe teilweise online und einer von zehn shoppt Lebensmittel ausschliesslich vom Sofa aus.
Vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Zahlen zum Thema E-Commerce zeigen, dass innerhalb der letzten drei Monate vor dem Zeitpunkt der Befragung 62 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 74 Jahren mindestens einmal online eingekauft hatten. Zum Vergleich zu Grossbritannien: Dort waren es 71 Prozent gewesen. 
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