Tropeninstitut soll zum «Robert-Koch-Institut» der Schweiz werden

Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut steht vor einer Aufwertung: zum nationalen Kompetenzzentrum für Epidemien und Pandemien.

, 15. November 2021, 08:43
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In der Schweiz fehlte während der Corona-Pandemie ein nationales Kompetenzzentrum für Epidemien und Pandemien mit Ausführungs- und Umsetzungsverantwortung. Dies wurde verschiedentlich kritisiert. Diese Lücke füllen könnte künftig das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut (TPH). 
Denn das Swiss TPH soll einen vergleichbaren Status wie das Robert-Koch-Institut in Deutschland erhalten. Die Bestrebungen laufen. Dafür setzt sich die Basler Ständerätin Eva Herzog in Bundesbern ein, wie die «bz Zeitung» ausführlich berichtet. 

«Man muss nichts Neues auf die Beine stellen»

Es gibt in der Schweiz keine zweite Institution mit einer derart breiten und praxisorientierten Expertise im Bereich Public Health. Mehr noch: Das Swiss TPH mit seinen 850 Mitarbeitenden zählt zu einer der weltweit führenden Institutionen in diesem Bereich. 
«Das Swiss TPH hat das Rezept, quasi den Bauplan dafür, wie wir uns aufstellen müssen für gesundheitliche Krisen. Man muss nichts Neues auf die Beine stellen», sagt Herzog gegenüber der Zeitung. Sie wurde im Juni 2021 ins Kuratorium des Instituts gewählt und soll 2023 dessen Präsidentin werden.

Corona habe den Prozess beschleunigt

Ein erster Schritt in diese Richtung war gemäss Swiss TPH bereits die Integration des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel im Jahr 2010. Durch die Corona-Pandemie, in der das Swiss TPH an zahlreichen Projekten beteiligt ist, hätten die Bestrebungen aber eine neue Aktualität und Dringlichkeit erhalten. 
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