Das Swiss Medical Board ist bald Geschichte

Das Swiss Medical Board (SMB) wird seine Arbeiten einstellen. Ein Zusammenwirken mit dem Bund ist nicht zustande gekommen.

, 7. September 2020 um 11:33
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Nach rund zehn Jahren Swiss Medical Board ist Schluss: Das Kompetenzzentrum für «Health Technology Assessments (HTA)» beendet den Betrieb per Ende 2021. Dies hat der Vorstand entschieden, wie das SMB am Montag mitteilt. Die laufenden Projekte und Arbeiten werden fertiggestellt.
Das Board hat sich in den vergangenen Jahren für ein angemessenes «Kosten-Nutzen-Verhältnis» bei Gesundheitsleistungen eingesetzt. Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Mehrwert einer Behandlungsform gegenüber einer anderen.

Parallele Strukturen ergeben keinen Sinn

Inzwischen hat der Bund ein eigenes Programm aufgebaut, mit dem nicht wirksame und nicht effiziente Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung reduziert werden sollen. Die vom SMB vorgeschlagene Synergienutzung ist aber nicht zustande gekommen, wie in der Mitteilung zu lesen steht. In einem vergleichsweise kleinen Versorgungsgebiet wie der Schweiz ergebe es keinen Sinn, parallele Strukturen aufrechtzuerhalten.
Das Swiss Medical Board konnte in der Vergangenheit wichtige Diskussionen über den Nutzen medizinischer Leistungen anstossen und zahlreiche Empfehlungen veröffentlichen. Zur Trägerschaft gehören unter anderem die Gesundheitsdirektoren-Konferenz (GDK), die Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), der Verband Interpharma, die Zentralstelle für Medizinaltarife, Versicherer, Patientenorganisationen sowie der Chirurgenverband. 
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