St.Gallen: Assistenzärzte fordern mehr Lohn

Mehr Salär statt Essensgutscheine: Der Verband der Schweizer Assistenz- und Oberärzte (VSAO) protestiert – und ruft zu einer ungewöhnlichen Aktion auf.

, 13. Februar 2018, 08:46
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Screenshot VSAO-SG
Die St. Galler Sektion des Verbands der Schweizer Assistenz- und Oberärzte (VSAO) hat beim Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde eine Petition eingereicht. 
Über 370 Ärzte haben das Dokument mit dem Titel «Stopp der Lohn­ungerechtigkeit»unterschrieben.
Der Grund: Der übliche Lohnanstieg der sich in Weiterbildung be­findenden Assistenzärzte in St. Gallen fällt dieses Jahr aus. Statt eines Lohnanstiegs von 2'400 bis 4'800 Franken für das Jahr 2018 hätten die Assistenzärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einen einmaligen Essens­gutschein im Wert von 160 Franken erhalten, wie VSAO-Sektionspräsident Sergej Staubli dem «St. Galler Tagblatt» sagt.

Verwaltungsrat: «Schwierige Finanzlage»

Auf der Webseite ruft der Verband dazu auf, die Essensgutscheine «für einen guten Zweck zu spenden». «Ohne angemessene Lohnentwicklung verkommen die Anstellungsbedingungen zur Manövriermasse im Wettbewerb zwischen öffentlichen und privaten Spitälern», heisst es weiter.
«Der ‹übliche Lohnanstieg› für 2018 wurde vom Verwaltungsrat nicht auf null gesetzt», sagt Andreas Eisenring der Zeitung. Das ­Kantonsspital habe mit der Abgabe von ­Verpflegungsgutscheinen eine eigene Lösung gewählt, die nachvollziehbar sei, so der Geschäftsstellenleiter des Verwaltungsrats. «Die finanziellen Ergebnisse und Erwartungen sind für die St. Galler Spitäler im Trend angespannt und wenig hoffnungsvoll.»
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