Spitalzentrum für Altersmedizin spürt Nachfrage

Überflüssig? Im Gegenteil. Die Klinik Siloah widerspricht der Kritik, zulasten der Allgemeinheit zu expandieren.

, 14. August 2015 um 11:00
image
  • kanton bern
  • geriatrie
  • siloah
  • spital netz bern
  • spital
Die private Klinik Siloah hat bei Bern neue Räume für die Langzeitpflege eröffnet: In Gümligen wurden ein neuer Geriatriebereich eingeweiht und gestern der Öffentlichkeit präsentiert. Das «Berner Spitalzentrum für Altersmedizin», so der Name, bietet 70 Akutbetten an. 
Die «Berner Zeitung» nahm dies zum Anlass, um in einem heiklen Punkt nachzuhaken: Werden hier Angebote aufgebaut, die das Spital Netz Bern im allgemeinen Interesse eingespart hatte?
So lautete die harsche Kritik, die Inselspital-Präsident Joseph Rohrer im Mai geäussert hatte: «Das ist doch absurd», sagte er damals in derselben «Berner Zeitung»: «Wir bauen 250 Betten ab, damit wir uns im Interesse der Steuer- und Prämienzahler auf ein Stadtspital konzentrieren können. Dann kommt ein Privatspital, wirbt uns Personal im grossen Stil ab und baut unkontrolliert und massiv neue Angebote auf. Und am Schluss will man von uns, dass wir ein redimensioniertes Stadtspital betreiben.»

«Die Patienten sind einfach da»

Bei der gestrigen Einweihung konterte Siloah-Direktor Thomas Mattmann nun mit dem Argument, dass ihr Angebot einem Bedürfnis entspreche: «Die Patienten sind einfach da –unabhängig davon, ob man das Angebot für sie abbaut oder nicht.»
Es sei auch nicht so, dass die Siloah-Gruppe ihre Dienstleistungen teurer anbiete als ein öffentliches Spital. Weshalb die Behauptung, der Ausbau belaste die Steuer- und Prämienzahler, völlig aus der Luft gegriffen sei.
Chefarzt Jon Lory, der vom Zieglerspital zu Siloah gewechselt war, spielte den Ball gar ans Spital Netz Bern zurück: «Wir merkten, dass die Akutgeriatrie für Insel und Spital Netz Bern keine Rolle spielte» – dies obwohl das Bedürfnis da sei.
Immerhin werde das neue Spitalzentrum für Altersmedizin schon nach den ersten zehn Tagen seines Bestehens von zwanzig Patienten genutzt.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

USB: Rechtsstreit abgewendet, 300 Millionen bewilligt

Über ein Millionen-Darlehen ans Unispital war ein Streit zwischen dem Kanton und den Basler Privatspitälern entflammt.

image

Das Spital Uster kehrt in die Gewinnzone zurück

Eine Fusion mit dem angeschlagenen Nachbarspital Wetzikon stehe nun nicht mehr zur Diskussion.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.

image

Sogar das Spital Schwyz schreibt nun rote Zahlen

Es ist das erste Mal seit acht Jahren: Das bisher rentable Spital Schwyz hat 2023 Verlust gemacht.

image

Spital Wetzikon: Petition für «euses Spital»

Im Zürcher Oberland engagieren sich viele für ihr Spital Wetzikon. Innert 24 Stunden kamen über 15'000 Unterschriften zusammen.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.