Sind Notfallstationen wegen der Hitze voll?

Es braucht mehr als eine Woche von sehr heissen Temperaturen, damit Patienten austrocknen und direkt wegen der Hitze in die Notfallstation eingeliefert werden müssen.

, 20. Juli 2022, 07:38
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  • insel gruppe
Letzte Woche war es die Zürcher Gesundheitsdirektion und am Mittwoch nun die Notfallpflege Schweiz, die wegen überfüllter Notfallstationen Alarm schlagen. (Medinside berichtet hier).
Wie weit sorgen die Hitzetage dafür, dass Notfallstationen an den Anschlag kommen? Aris Exadaktylos ist Chefarzt des Notfallzentrums am Berner Inselspital. Am vergangenen 23. Juni sagte er im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF, die Hitze allein sei häufig nicht das allein ausschlaggebende Problem.
Die Zunahme von Notfällen hätten auch damit zu tun, dass mehr Menschen draussen seien und länger draussen seien. Dadurch komme es zu mehr Notfällen, zu mehr Unfällen und auch zu einer zusätzlichen Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Gerade am Wochenende zuvor hätten sie einige Badeunfälle gehabt. «Alles, was so ein Hitzefrühsommer mit sich bringt, sehen wir auf der Notfallstation», sagte Aris Exadaktylos.
Der Chefarzt wies im Radiobeitrag zudem auf eine Untersuchung hin, die sie vor einigen Jahren gemacht hätten. Am Beispiel des Hitzesommers 2014 hätten sie gesehen, dass es mehr als eine Woche von sehr heissen Temperaturen brauche, damit Patienten am Austrocknen seien und direkt wegen der Hitze in die Notfallstation eingeliefert würden.
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