Sieht so ein Chirurg aus?

Erst hiess es #ILookLikeAnEngineer, jetzt heisst es #ILookLikeASurgeon: Mit einer globalen Twitter-Kampagne kämpfen Medizinerinnen gegen Diskriminierung im Klinikalltag.

, 11. August 2015, 12:00
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Im Spitalalltag soll es auch heute noch vorkommen, dass Chirurginnen für Krankenschwestern gehalten werden. Und zwar von Patienten und von Kollegen. Noch immer ist die Mehrheit der Skalpellführer männlich, aber die Chirurginnen haben ihre operative Präsenz markant verstärkt. Weil das viele offenbar noch nicht gemerkt haben, machen die Medizinerinnen nun auf Twitter auf sich aufmerksam. Die Botschaft: Es ist völlig normal, dass Frauen als Chirurginnen arbeiten. 
Unter dem Hashtag #ILookLikeASurgeon - also «Ich sehe aus wie eine Chirurgin» - hat die amerikanische Chirurgin Heather Logghe eine Kampagne lanciert, um mit Diskriminierung in den Kliniken aufzuräumen und ihren Berufskolleginnen ein Gesicht zu geben. 
«Es ist an der Zeit, Diversity in der Medizin zu zelebrieren», sagt sie. Schon hunderte Frauen folgten ihr und posteten Bilder von sich aus den Operationssälen oder den Kliniken, um gegen Sexismus im Klinikalltag zu kämpfen.

Idee stammt von Ingenieurin

Die Twitter-Diskussion über den Stellenwert von Frauen in männerdominierten Berufen begann mit dem Hashtag #ILookLikeAnEngineer aus der Technologiebranche. Bereits mehrere zehntausend Ingenieurinnen haben ihre Fotos und Berufsprofile getwittert, und laufend werden es mehr. 
Am Anfang stand eine junge Software-Ingenieurin, die sich für eine Rekrutierungskampagne ihres Arbeitgebers zur Verfügung stellte. Von den zahlreichen Kommentaren, die sich bloss auf ihr Äusseres bezogen anstatt ihre fachlichen Kompetenzen, war sie so überrumpelt, dass sie Beschloss, über Twitter eine Kampagne zu starten.
Das grosse Echo inspirierte Heather Logghe zur gleichen Kampagne in der Medizin.
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