Aggressive Patienten: Taekwondo als Deeskalation

Gewalt gegen das Gesundheitspersonal nimmt stetig zu. Die Berner Insel Gruppe und weitere Spitäler setzen daher auf Selbstverteidigung.

, 9. Mai 2017, 10:06
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Pöbelnde, drohende oder schlagende Patienten: Viele Ärzte und Plegefachleute sind schon Opfer von aggressivem Verhalten ihrer Patienten geworden.
Die Insel Gruppe registrierte in den Jahren 2012 bis 2015 63 Fälle von Gewalt gegen Mitarbeitende im Notfallzentrum. Das Spital hat bekanntlich mit Gegenmassnahmen reagiert.

«Die Leute haben es schon angewendet»

Neben der gestiegenen Präsenz einer Sicherheitsfirma werden auch die Mitarbeitenden in Selbstverteidigungstechniken geschult.
«Die Leute haben es schon angewendet», sagte Pflegedienstleiterin Petra Fuchs vor kurzem in einem Beitrag auf «3sat». Fuchs findet es wichtig, dass die Angestellten sich wehren könnten. 
Ausserdem soll eine aggressionshemmende Raumgestaltung nun helfen, die Zahl der Übergriffe im Notfallzentrum des Inselspitals zu verringern.

Der ganze Beitrag auf «3sat» über Gewalt am Notfallzentrum der Berner Insel Gruppe

KSB setzt auf Sicherheitsdienst und Polizei

Auch das Kantonsspital Baden (KSB) schult sein Personal in Deeskalationstechniken. «Von der Selbstverteidigung halte ich in unserem Setting nichts», sagte Chefarzt Markus Schwendinger vor kurzem der «Aargauer Zeitung».
Wichtig sei hier der interne Sicherheitsdienst, der einerseits präventiv wirke, bei Bedarf einschreite und dem meist weiblichem Personal Sicherheit vermittle. Dankbar ist man beim KSB zudem für die enge, unkomplizierte und gute Zusammenarbeit mit der Polizei.

Indien: Polizisten schulen Spitalpersonal 

Immer häufiger werden Ärzte auf der ganzen Welt Opfer von Gewalt. In Deutschland wurden auch 91 Prozent der Hausärzte schon einmal mit aggressivem Verhalten konfrontiert. Immer mehr Notfallkliniken in Deutschland setzen zur Lösung des Problems auf Selbstverteidigung. 
Auch in Indien ist das Spitalpersonal mehr und mehr brutalen körperlichen Angriffen ausgesetzt – vor allem durch verärgerte Angehörige. Auch dort haben die Spitaler reagiert. Ärzte und Pflegende am Lok Nayak Jai Prakash Narayan Hospital zum Beispiel werden von Polizisten in Selbstverteidigung geschult. 
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