Seit Jahresbeginn über 4000 Intensivbetten weniger

Immer mehr Intensivbetten werden in Deutschland gesperrt. Der Grund ist gemäss Intensivmedizinern der Mangel an Pflegekräften.

, 25. Oktober 2021, 06:09
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Die Zahl der zur Verfügung stehenden Intensivbetten in Deutschland sinkt stetig. Anfang dieses Jahres hätten die Spitäler noch 26'475 betreibbare Intensivbetten gemeldet – am 20. Oktober waren es 4'268 Betten weniger, nur noch 22'207. Dies meldet die «Deutsche Ärztezeitung» mit Verweis auf Zahlen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die Zahl von Anfang Januar sei in der Hochphase der zweiten Corona-Welle erhoben worden, als viele Pflegekräfte selbst erkrankt gewesen sind.
Grund für den freien Fall der Zahl der Intensivbetten sei der Mangel an Pflegepersonal. Die erhöhte Arbeitsbelastung in den vergangenen Monaten habe zu einer schlechteren Stimmung in den Belegschaften und zu Kündigungen von Stammpflegekräften geführt, zitiert die «Ärztezeitung» den früheren DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens. 

Intensivmediziner warnen

Die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin warnt gleichzeitig, eine schwere Herbst- und Winterwelle mit vielen Covid-19-Patienten sowie Patienten mit anderen respiratorischen Erkrankungen könnten die Intensivmedizin erneut «an und über ihre Grenzen bringen». 
Dies kann für Deutschland teuer werden. Das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IFW) rechnet für den Winter mit hohen Gesundheitsausgaben durch Ungeimpfte. Es drohten Ausgaben für die stationäre Behandlung von rund 180 Millionen Euro pro Woche. Seit August liegt der Anteil ungeimpfter Personen in stationären Corona-Behandlungen in Deutschland bei durchschnittlich fast 85 Prozent.
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