Schmerzmittel Ibuprofen «nicht so sicher wie früher gedacht»

Erhalten Patienten mit Arthrose oder Arthritis Ibuprofen, steigt ihr Blutdruck im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln deutlich. Dies zeigt eine Studie des Universitätsspitals Zürich.

, 29. August 2017, 08:59
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Die Entzündungshemmer Ibuprofen, Naproxen und Celecoxib gehören zu den weltweit am häufigsten benutzten Medikamenten. Es ist bekannt, dass sie Nebenwirkungen wie erhöhten Blutdruck verursachen. 
Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass sich Ibuprofen deutlich ungünstiger auswirkt als Naproxen und Celecoxib. Die Ergebnisse wurden am Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Barcelona vorgestellt. 
An der Studie nahmen 444 Patienten teil. 408 litten unter Arthrose, 36 unter rheumatoider Arthritis. Alle Patienten hatten Erkrankungen der Herzkranzgefässe oder ein höheres Risiko dafür. Je ein Drittel der Patienten erhielt Ibuprofen (3x 600-800 mg täglich), Naproxen (2x 375-500 mg täglich) und Celecoxib (2x 100-200 mg täglich).

Blutdruckanstieg «signifikant»

Nach vier Monaten wurde der Blutdruck mit demjenigen zu Beginn der Studie verglichen. Die Ergebnisse: Mit Celecoxib sank der Blutdruck um 0.3 mmHg, mit Naproxen stieg er um 1.6 und mit Ibuprofen sogar um 3.7 mmHg. 
«Der Bludruckanstieg mit Ibuprofen ist signifikant», kommentiert Studienleier Frank Ruschitzka, stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitären Herzzentrum Zürich. Ipuprofen sei «eindeutig nicht so sicher wie früher gedacht». 
Gerade für ältere Patienten seien die Ergebnisse von grosser klinischer Bedeutung. «Eine Senkung des Blutdrucks um nur 2 mmHg verringert das Infarktrisiko um zehn Prozent und das Mortalitätsrisiko bei koronarer Herzkrankheit um sieben Prozent», so Ruschitzka.  
  • Zur Mitteilung des Universitätsspitals Zürich
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