Arzt kommt mit «Ungeimpft»-Armbinde zum Dienst

In einem universitären Spital in Deutschland wollte ein Oberarzt offenbar mit einer selbst gebastelten «Ungeimpft»-Armbinde ein Statement setzen.

, 15. November 2021, 07:09
image
  • spital
  • coronavirus
  • ärzte
  • impfung
  • universitätsmedizin essen
Ein Oberarzt der Universitätsmedizin Essen im St.-Josef-Krankenhaus hat mit einer Armbinde auf der Arbeit demonstrativ seinen Corona-Impfstatus gezeigt. Wie die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» berichtet, erschien der Arzt mit einer selbst gebastelten gelben Armbinde zum Dienst, auf der in schwarzen Buchstaben «Ungeimpft» stand. Er wollte damit gegen die regelmässigen Corona-Tests am Arbeitsplatz protestieren.
Eine Klinik-Sprecherin bedauerte den Vorfall gegenüber der Zeitung WAZ. Man respektiere natürlich die freie Meinung und das subjektive Empfinden des Mitarbeiters. «Allerdings ist der Ort, seinen Protest zu äussern, nicht akzeptabel und wird auch von Seiten der Krankenhausleitung nicht toleriert.»
Der Arzt habe seine Binde umgehend abnehmen müssen, heisst es. Da es keine Impfpflicht gebe, «seien die wenigen ungeimpften Mitarbeitenden aufgerufen, sich engmaschig testen zu lassen», sagte die Sprecherin. Das gelte selbstverständlich auch für die Ärzteschaft.

Nur vereinzelt lassen sich Ärzte nicht impfen 

In vielen Spitälern in Deutschland und in der Schweiz gibt es vereinzelt Ärztinnen und Ärzte unter den bewusst Ungeimpften. So sind am Unispital Lausanne (CHUV) 20 Prozent der Ärzteschaft nicht geimpft. In Zürich am Unispital (USZ) waren es Ende September rund 13 Prozent. 
Gemäss Experten ist es nicht zu erwarten, dass die Impfquote in Spitälern und Kliniken weiter steigen könnte. Denn wer jetzt noch ungeimpft sei, sei nur sehr schwer zu überzeugen, heisst es immer wieder. Immer mehr Spitäler setzen daher eine Impfung gegen das Coronavirus bei Neueinstellungen voraus. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital Schwyz: Neuer Chefarzt kommt vom Unispital

Lukas Bircher wird neuer Chefarzt der Anästhesie im Spital Schwyz.

image

Spitalzentrum Biel baut am Bahnhof aus

Das Spitalzentrum Biel hat am Bahnhof Biel 3'000 Quadratmeter zusätzliche Fläche hinzu gemietet.

image

Mangelernährung führt zu längeren Spitalaufenthalten

20 bis 30 Prozent der Patienten sind bei Spitaleintritt Mangelernährt. Die Folgen: Komplikationen, ein verlängerter Spitalaufenthalt, Mehrkosten.

image

Schweiz:4 von 100 000 Geimpften verlangen Schadenersatz

Gemessen an der Zahl der verabreichten Dosen gegen das Coronavirus sind Anträge für die Anerkennung von Impfschäden selten.

image

See-Spital: Rekurse blockieren Neubau

Das Baurekurs-Gericht hat Einwände von Anwohnern gegen das Medical Center in Horgen gutgeheissen.

image

Sie will etwas Neues – deshalb geht die Kantonsärztin

Schon wieder ein Wechsel im Kantonsarztamt von Solothurn: Samuel Iff heisst der Neue, der Yvonne Hummel ersetzt.

Vom gleichen Autor

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.