Neues Teamwork von Privatklinik und kantonaler Spitalgruppe

Die Medicnova Privatklinik holt einen Kooperationsvertrag mit der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland. Die eine erhält Zugang zu Notfall- und Intensiv-Versorgung – die andere höhere Belegungzahlen.

, 2. Mai 2016, 06:56
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In Liechtenstein entsteht bekanntlich eine neue Privatklinik, die nach dem Belegarzt-Modell betrieben wird. Acht Ärzten haben das Projekt lanciert – wobei sie wiederum Anita Basu von der Hirslanden-Gruppe als Direktorin engagierten. Die Medicnova Privatklinik in Bendern will sich dabei auf Orthopädie, Gefässchirurgie, Plastische Chirurgie, Urologie sowie Anästhesiologie konzentrieren.
Nun kündigt Medicnova eine engere Zusammenarbeit mit dem Spital Grabs an – respektive mit der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, zu der es gehört.
Die grenzüberschreitende Kooperation von privatem und kantonalem Spital sieht vor, dass das Grabser Akutkrankenhaus die Notfall- und Intensivversorgung für Medicnova gewährleistet. Geplant sind aber auch weitere medizinische und administrative Schulterschlüsse, etwa in der Beschaffung, in der Logistik oder bei Schulungen.

Konkurrenz für Vaduz

Kommt hinzu, dass die acht Medicnova-Gründer nun Belegarztverträge mit der Spitalregion RWS abgeschlossen haben. Sie werden ab 2017 vor allem in Grabs ihrer Belegarzt-Tätigkeit nachgehen, Patienten überweisen und dort behandeln. Dies betreffe «allgemeinversicherte Patienten sowie zusatzversicherte Patienten, deren Behandlungen nicht vom Leistungsspektrum von Medicnova umfasst werden», so die Mitteilung des Unternehmens.
Damit konkurriert das Projekt Medicnova das Landesspital Liechtenstein auf einer weiteren, direkten Ebene: Denn die acht Ärzte kündigten jetzt ihre bisherigen Belegarztverträge mit dem Vaduzer Spital.
Offenbar waren zuvor Gespräche über eine Zusammenarbeit der Medicnova Privatklinik mit dem Landesspital geführt worden – «über einen längeren Zeitraum», so die Mitteilung als Bendern: «Diese blieben ergebnislos».
Beim Spital Vaduz markiert man jedoch Gelassenheit: «Wir befinden uns im Wettbewerb, das haben wir stets betont und uns deshalb auch mit dem neuen Notfall, dem Auf- und Ausbau der Inneren Medizin sowie der Chirurgie dafür gerüstet», sagt Stiftungsratpräsident Michael Ritter im «Liechtensteiner Vaterland»: «Am Ende entscheidet der Patient, in welchem Spital er sich behandeln lassen möchte».

Zusätzliche Belegungszahlen

Und Liechtensteins Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini meinte zur Kooperation von Medicnova mit den St. Galler Spitälern: «Ich bin überzeugt, dass unser Landesspital mit den bereits umgesetzten und den weiteren geplanten Massnahmen für diesen Wettbewerb gut gerüstet ist.»
Medicnova sei mit dem Anliegen an die Spitalregion RWS herangetreten, eine Kooperation auszuloten, so Stefan Lichtensteiger, der Geschäftsführer der Spitalregion. Der nun unterzeichnete Kooperationsvertrag unterstütze «eine optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten aus dem Fürstentum Liechtenstein und bringt unserer Spitalregion zusätzliche Belegungszahlen.»

Die Partner


Die Medicnova-Klinik mit Sitz in Bendern (Liechtenstein) wird ihren Betrieb Anfang 2017 aufnehmen und im Belegarztmodell betrieben werden. Bei einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Franken sind 22 Zimmer geplant. Medicnova ist als spezialisierte Operationsklinik vorgesehen, mit Fokus auf Orthopädie, Gefässchirurgie, Plastische Chirurgie, Urologie sowie Anästhesiologie.
Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland erbringt die medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung der Region. Sie betreibt die Spitäler Altstätten, Grabs und Walenstadt und beschäftigt rund 1'400 Mitarbeiter.
Rund 25 Prozent der Patienten des Spitals Grabs kommen aus Liechtenstein. Zwischen der Spitalregion RWS und dem Fürstentum existieren Spitalvereinbarungen. Danach sind liechtensteinische Patienten bei einer ambulanten oder stationären Behandlung den Einwohnern des Kantons St. Gallen gleichgestellt
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