Neues Infektzentrum am Kantonsspital Aarau gegründet

Infektionen von Prothesen sind zwar selten, können jedoch schwerwiegende Folgen haben. Das Kantonsspital Aarau (KSA) hat deshalb gemeinsam mit dem Universitätsspital Basel (USB) ein interdisziplinäres Zentrum eröffnet.

, 28. März 2022, 15:00
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Sie sind anfällig für Infektionen: Implantate wie Knie- oder Hüftprothesen und Platten, Schrauben sowie Nägel, die bei Knochenbrüchen verwendet werden. Kommt es zu solchen Komplikationen, sind zusätzliche Operationen notwendig – manchmal ist sogar ein Wechsel der Prothese oder der Implantate erforderlich –, und es kann zu langwierigen Behandlungen kommen.
Aus diesem Grund hat das Kantonsspital Aarau (KSA) gemeinsam mit dem Universitätsspital Basel (USB) ein interdisziplinäres Zentrum für muskuloskelettale und Implantat-assoziierte Infektionen gegründet.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das Team des neuen Infektzentrums am KSA besteht aus Infektiologen, Orthopäden und Traumatologen sowie – abhängig von der Vorgeschichte – auch aus Fachärzten der plastischen Chirurgie und der Gefässchirurgie.

So viele Infektionen können gemäss KSA erfolgreich behandelt werden

Basierend auf klinisch validierten Behandlungsalgorithmen werde das jeweilige Vorgehen für den Patienten in wöchentlich stattfindenden Konferenzen von den Fachpersonen besprochen und festgelegt, schreibt das KSA in einer Medienmitteilung. Mit diesen Behandlungskonzepten werde die Infektion in rund 90 Prozent aller Fälle zur Ausheilung gebracht, so das KSA. 

Das sagt die Co-Leiterin des neuen Zentrums 

Die Infektiologin und Co-Leiterin des neuen Infektzentrums Anna Conen sagt: «Wir verkürzen dadurch die Spitalaufenthaltsdauer betroffener Patienten, verhindern zusätzliche Operationen, können den Erhalt eines Implantats ermöglichen und verringern den Antibiotika-Verbrauch.»
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