Neuenburg: Neuer Gesamtarbeitsvertrag für das Gesundheitswesen

Die Angestellten der öffentlichen Gesundheits-Dienste erhalten ab Januar durchschnittlich 1,2 Prozent mehr Lohn. Aber die Sache hat ein paar Haken.

, 28. Oktober 2016, 04:00
image
Seit 2004 war der Gesamtarbeitsvertrag für die Angestellten der öffentlichen Gesundheitsdienste im Kanton Neuenburg in Kraft. Es gab seither einige Anpassungen, aber dass eine grundlegende Neufassung nötig sei, war seit einigen Jahren klar.
Nach langen, teils zähen Verhandlungen konnten sich die Vertragspartner jetzt einigen: Drei Arbeitnehmervertretungen (SSP/VPOD, Syna, ASI/SBK) und vier Arbeitgeber-Verbände legten den neuen GAV vor. Er soll ab Januar 2017 gelten.

Interkantonaler Vergleich

Insgesamt erleben die Angestellten den einen oder anderen Rückschlag. Im Hintergrund steht, dass die Zustände in Neuenburg auch im interkantonalen Vergleich überprüft wurden, insbesondere gemessen an der Lage in anderen Kantonen der Romandie.
Der neue Vertrag sieht nun vor, dass sich die Lohnsumme ab Januar 2017 um 1,2 Prozent erhöht. Eine weitere Steigerung um 1,2 Prozent soll dann spätestens Ende 2020 erfolgen.
  • Das ganze Programm: Zur Seite von «CCT Santé 21» in Neuenburg.
Dieses Plus wird aber kompensiert (oder sogar überkompensiert) dadurch, dass die Norm-Arbeitszeit für die Angestellten der öffentlichen Spitäler, Heime, Psychiatrien oder Spitex-Dienste von 40 au 41 Stunden erhöht wird.
Und andererseits sinkt die Stundenentschädigung für Wochenend- und Feiertagsarbeit von 8 auf 6 Franken. Bei der Nachtarbeit wird eine Stunde gestrichen. Und garantiert sind nur noch 10 statt wie bisher 12 Feiertage. Leichte Erhöhungen gab es dafür beim Elternurlaub.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Kindernotfall unter Druck: Nun gibt ein Spital Empfehlungen heraus

Die vielen Fälle von Bronchiolitis sorgen im Kindernotfall des Freiburger Spitals für eine starke Auslastung. Jetzt handelt das Spital.

image

Luzerner Kantonsspital befördert Andreas Bloch zum Chefarzt

Der Verwaltungsrat hat Andreas Bloch zum Chefarzt des Zentrums für Intensivmedizin in Luzern gewählt. Er folgt auf Philipp Venetz.

image

Das Unispital Zürich will sein Wissen international teilen – und das gratis

Dafür wird nun das Online Portal «Global School of Surgery» gegründet. Es soll kostenlosen Zugang zum chirurgischen Zürcher Kurrikulum bieten.

image

Das ist die neue Verwaltungsrätin des Spitals Bülach

Die Gemeinderätin von Freienstein-Teufen, Saskia Meyer, ist neu im Verwaltungsrat der Spital Bülach AG. Sie folgt auf Mark Wisskirchen.

image

Dieses Rüstzeugs fehlt den Gesundheitsfachpersonen

Eine Studie zeigt: Im Hinblick auf die Herausforderungen im Berufsalltag gibt es bei der Vermittlung von Kompetenzen an Schweizer Fachhochschulen Nachholbedarf.

image

Willy Oggier setzt Fragezeichen bei der Wahl des KSA-Verwaltungsrates

Der bekannte Gesundheitsökonom Willy Oggier kann von aussen betrachtet nicht jede Wahl im Verwaltungsrat des Kantonsspitals Aarau (KSA) nachvollziehen.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.