Für die neue Vorsteherin der Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli ist klar: «Täter, die wegen Sexualdelikten verurteilt wurden, sollen ihr Leben lang nicht mehr mit Kindern oder anderen schutzbedürftigen Personen arbeiten dürfen». Vor ein paar Jahren wurde zum Beispiel ein ehemaliger
Kinderarzt im Kanton Aargau verurteilt, weil er über Jahre Kinderpornografie konsumierte. Heute arbeitet er weiter als Oberarzt.
Will Abklärungen treffen
Für die Gesundheitsdirektorin soll dies nicht nur im Bildungsbereich gelten, sondern ebenso im Gesundheitswesen, wie sie
in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagt: «Auch Patientinnen und Patienten müssen vor Wiederholungstätern geschützt werden.» Bereits als Nationalrätin hat sich Natalie Rickli für eine konsequente Umsetzung der
Pädophileninitiative eingesetzt.
Die SVP-Regierungsrätin lasse nun abklären, wie die Institutionen mit dem Thema umgehen. Ärzte, die beim Kanton eine Bewilligung zur Berufsausübung einholen, müssen schon heute hohe Anforderungen erfüllen; zum Beispiel müssen sie einen Strafregisterauszug vorlegen. Der Gesundheitsdirektion ist bisher nicht bekannt, ob dies auch bei Angestellten in Heimen, Praxen oder Spitälern der Fall sei.
Spielraum der Spitäler nicht einengen
Im Interview äussert sich die 42-Jährige zudem zur geplanten Richtung in der Zürcher Spitalplanung. Rickli lässt durchblicken, dass sie die neue Spitalliste straffen will: «Wir werden kaum mehr Leistungsaufträge an 27 Akutspital-Standorte inklusive Geburtshäuser vergeben.» In gewissen Bereichen gebe es im Kanton Zürich wahrscheinlich tatsächlich eine Überversorgung, sagt die SVP-Regierungsrätin.
Entschieden habe sie aber noch nichts. Es brauche mehr Fakten. Um mehr Zeit zu haben, hat die ehemalige Nationalrätin die neue Zürcher Spitalliste von 2022 auf 2023 verschoben. Die Spitäler haben nun ein Jahr mehr Zeit, um sich allenfalls neu auszurichten. Dem möchte Natali Rickli nicht vorgreifen, sondern mit den Spitaldirektoren darüber diskutieren. Klar ist aber auch: Die Nachfolgerin von Thomas Heiniger will den Spielraum der Spitäler nicht mit immer mehr Vorschriften einengen, wie sie im Interview weiter sagt.