LLS: Mobiles WC ersetzt Nachttopf

Das Liechtensteinische Landesspital setzt als erstes Spital wasserlose, mobile Toiletten ein. Diese sind eine Schweizer Weltneuheit.

, 12. Januar 2016 um 09:40
image
  • spital
  • pflege
  • liechtenstein
Rollac 1.0 heisst die Schweizer Erfindung, die die Nachtstühle ablösen und dem Pflegepersonal unangenehme Topf-Entleerungen und -Reinigungen ersparen soll. Das WC steht auf vier Rollen und lässt sich direkt neben das Bett des Patienten schieben. 
Die ersten vier Rollac wurden in diesen Tagen ans Liechtensteinische Landesspital (LLS) ausgeliefert. Es hatte die Entwicklung als Referenzspital unterstützt und setzte den Prototypen bereits auf den Stationen ein. «Für das Landesspital steht Hygiene an erster Stelle», sagt Pflegedienstleisterin Monica von Toggenburg in einer Mitteilung, «und wenn wir damit auch noch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, umso besser.»

«Spitalhygiene revolutionieren»

Die weltweit erste wasserlose, mobile Toilette der Firma Closac ist seit drei Monaten auf dem Markt. Sie soll laut Eigenwerbung die Spitalhygiene revolutionieren. Eine unter dem Toilettensitz gelagerte, reissfeste Endlosfolie liegt satt an der Brille und an der Schüssel an. Nach Gebrauch der Toilette wird die Folie per Knopfdruck zu einem geruchsdichten Beutel verschweisst, der mit dem normalen Abfall oder auch als Sondermüll entsorgt werden kann. 

Vom Hochschulprojekt zum Startup

Die Idee entstand bei der Renovation eines Spitals im Raum Basel: Es stellte sich die Frage, wie die mit Rückständen von Medikamenten, Hormonen oder Kontrastmittel belasteten Abwässer zu reinigen seien. Ein Vorschlag zum Einsatz von wasserlosen Toiletten wurde an die Fachhochschule Nordwestschweiz weitergegeben. Unternehmer Philipp Untersander nahm sich der Idee an, kaufte das Patent, gründete ein Startup und entwickelte das Produkt zur Serienreife. 
image
Der Rollac im Einsatz. (Bild: zVg)
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Auch NZZ bemängelt die heutigen Spital-Zusatzversicherungen

«Spitäler und Kassen schröpfen ihre Luxuspatienten», so eine Einschätzung dort. Das Geschäftsmodell mit den Zusatzversicherungen gerät ins Wanken.

image

Die heisse Diskussion um Insel-Premium-Abteilung

Darf ein Universitätsspital mit seiner Luxus-Abteilung die Allgemein-Abteilung sponsern? Ja, das sei sozial, finden Krankenkassen-Experten.

image

Jetzt arbeiten viele mit Covid in den Spitälern

Eine schwedische Studie zeigt jedenfalls, dass im Dezember 1 von 14 Spitalangestellten corona-positiv zur Arbeit erschien.

image

Coop und Selecta planen Rund-um-die-Uhr-Geschäfte in Spitälern

Für ein erstes Kantonsspital besteht bereits ein konkretes Projekt.

image

Kantonsspital Schaffhausen: Der Neubau muss abspecken

Die Spitäler Schaffhausen müssen die geplante Geschossfläche um einen Viertel verkleinern. Nur so bleiben sie noch im Kostenrahmen von 240 Millionen.

image

Kanton Bern: Zusammenschluss von Rettungsdiensten

Die Rettungsdienste des Spitals Emmental und der SRO fusionieren. Die bisherigen Leiter bleiben an Bord.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.