Liechtensteinisches Landesspital: Ausbau der Chirurgie zeigt Wirkung

Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr steigen die Fallzahlen wieder an. Demnächst soll das Team durch einen stellvertretenden Chefarzt verstärkt werden. Gesucht wird zudem ein Chefarzt Anästhesie.

, 21. Juli 2016, 12:32
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Die Sache war schon 2014 entschieden und 2015 aufgegleist worden, und im Bericht zum letzten Geschäftsjahr wurde die Umsetzung klar angekündigt: «Schwerpunkt 2016: Chirurgie», lautete ein Titel dort. «Dieser Entscheid zur Ausweitung des Angebotes wird unser Spital wirtschaftlich noch stabiler machen und nachhaltig stärken», schrieb Stiftungsrats-Präsident Michael Ritter damals. 
Der entscheidende Schritt zum Ausbau der Chirurgie am Liechtensteinischen Landesspital geschah dann mit dem Amtsantritt des zuständigen Chefarztes, Walther Tabarelli, im Februar dieses Jahres. Der Facharzt für Allgemeinchirurgie hatte zuvor als Oberarzt am Landeskrankenhaus Bludenz gearbeitet.

Aufgabe: Mitaufbau des chirurgischen Bereichs

In den Monaten danach wiederum erschienen Inserate, mit denen das Landeskrankenhaus in Vaduz auch nach einem Stellvertreter oder einer Stellvertreterin des Chefchirurgen suchte: «Mitaufbau des chirurgischen Bereichs (Schwerpunkt Orthopädie)», lautete eine der beschriebenen Aufgaben. Weshalb insbesondere nach einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie gesucht wurde.
Jetzt, knapp ein halbes Jahr nach Tabarellis Amtsantritt, zieht das Landesspital Liechenstein eine erste Bilanz der Chirurgie-Strategie. «Zahlreiche Eingriffe wurden in den letzten Monaten vorgenommen, die Fallzahlen steigen erstmals wieder», so die Mitteilung aus Vaduz. Bereits heute gelte für die Chirurgie: «Was einfach ist und häufig vorkommt, betreut das Landesspital direkt und in hoher Qualität», so Spitaldirektor Daniel Derungs.

Nächster Schritt: 24-Stunden-Chirurgie

Und dank der Kooperation mit dem Kantonsspital Graubünden könnten auch komplexere chirurgische Eingriffe vorgenommen oder wenn nötig eine postoperative Überwachung in Chur sichergestellt werden.
Neben dem Engagement des stellvertretenden Chefarztes – dessen Abschluss offenbar kurz bevorsteht – laufe der Rekrutierungsprozess für weiteres Personal für die Chirurgie.
«So können der liechtensteinischen Bevölkerung mehr Leistungen im eigenen Spital – also im eigenen Land – ermöglicht werden», erläutert die Direktion. Mittelfristig soll am Landesspital wieder eine 24-Stunden-Chirurgie etabliert werden.

Notlösung Ausland

Immerhin zeigte eine Befragung des Landesspitals unter den Ärzten in Liechtenstein, dass die Dienstleistungen der Chirurgie einem Bedürfnis entsprechen. 80 Prozent der Befragten halten eine allgemeinchirurgische 24-Stunden-Grundversorgung für wichtig oder sehr wichtig. 60 Prozent stufen auch eine allgemeinchirurgische und proktologische Sprechstunde als zumindest wichtig ein.
Zuvor hatte bereits eine Potenzialanalyse ergeben, dass sich mehr als die Hälfte aller Liechtensteiner im Ausland operieren liessen, weil zum Teil das entsprechende chirurgische Angebot im Land fehlte oder inkonsistent war.

Nächste Chefstelle demnächst ausgeschrieben

Die für die Chirurgie eingeleiteten Massnahmen sehen nun auch die Einführung eines Chefarztmodells in der Anästhesie vor. Dies sei ein weiterer Schritt zur Stärkung der Strukturen am Landesspital und zur Sicherstellung der Grundversorgung. Die Spitalleitung hat deshalb beschlossen, die Stelle eines Chefarztes Anästhesie zu schaffen, welche in den nächsten Tagen ausgeschrieben wird.
Der Wechsel zum Chefarzt-System schliesse aber nicht aus, dass auch weiterhin geeignete Belegärzte in der Anästhesie am Landesspital tätig sein werden. 
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