Kantonsspital Winterthur braucht Hilfe bei der KIS-Einführung

Die Implementierung des Ende 2020 an Cistec vergebenen neuen Klinikinformationssystems stösst beim Support an Grenzen. Jetzt muss noch einmal Hint dem internen IT-Support unter die Arme greifen.

, 11. März 2022, 15:08
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Laut einem freihändig vergeben Auftrag an die Lenzburger KIS-Experten von Hint, ist das Kantonsspital Winterthur (KSW) bei der Implementierung seines neuen Klinikinformationssystems (KIS) an Grenzen gestossen. Die vor gut einem Jahr an Cistec gegangene Ablösung des KIS der Compu Group Medical (CGM) bedinge bis zur vollständigen Einführung des neue KIS den Weiterbetrieb des Altsystems.
«Dies führt zu einer zeitweisen Doppelbelastung des internen IT-Supports, weshalb das KSW auf externe Unterstützung für den Betrieb des bestehenden KIS angewiesen ist», heisst es in dem kürzlich auf Simap veröffentlichten Zuschlag.
Auf die Frage, warum die Situation nicht bereits bei der Auftragsvergabe an Cistec absehbar gewesen sei, teilt das KSW mit: «Einer möglichen Doppelbelastung waren wir uns zwar bewusst; jedoch war zum Zeitpunkt der Vergabe der Umfang noch nicht klar». Man habe aber auch nie das Ziel gehabt, «alle Arbeiten inhouse zu bewältigen, da wir wussten, dass es sich um einen befristeten Personalbedarf handelt».
Deshalb sei auch die jetzt erfolgte Auftragsvergabe «flexibel ausgestaltet und kann damit laufend dem effektiven Bedarf angepasst werden». Zudem sei der Vergabebetrag von 600'000 Franken als Maximalbetrag zu verstehen, schreibt das KSW auf Anfrage weiter.
Dass es sich um einen Freihänder handelt, erklärt das Kantonsspital damit, dass das derzeitige KIS von CGM zwar über einige Standardmodule verfügt, jedoch zu einem grossen Teil aus kundenspezifisch entwickelten Modulen besteht. Und diese «Eigenentwicklungen haben unsere Inhouse-Spezialisten über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren mit Hilfe von externen Partnern – in den letzten Jahren mehrheitlich durch Mitarbeitende von Hint – erstellt und angepasst».
Dem Zuschlag für den externen Support ist denn auch zu entnehmen, dass für die erforderlichen Dienstleistungen umfangreiches Knowhow und Erfahrungen über die internen Prozesse des KSW und das bestehende KIS mitsamt seinen Eigenentwicklungen und Schnittstellen vorausgesetzt werden. Wenn während des Übergangs auf das neue KIS keine Risiken für den laufenden Betrieb verursacht werden sollen, bedarf es der etablierten Unterstützung durch die Hint-Experten. Ausserdem benötige man deren Dienste nur für eine beschränkte Zeit von 20 Monaten. 

  • Dieser Beitrag ist zuerst auf dem Nachrichtenportal «Inside IT» erschienen.

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